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DJ MÄRKTE USA/Erneute Abgaben - Huawei-Affäre dämpft Stimmung



Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Sorgen um eine weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China dürften am Donnerstag die Wall Street erneut ins Minus drücken. Auslöser ist die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada auf Betreiben der USA. Denn diese Maßnahme bedeutet aus Sicht der Marktteilnehmer einen Dämpfer für die erhoffte Annäherung im Handelsstreit zwischen USA und China.

Der Future auf den S&P-500 gibt nach der Handelspause am Mittwoch, zum Gedenken an den verstorbenen Ex-Präsidenten George H. W. Bush, um 1,3 Prozent nach.

Damit droht eine Fortsetzung der massiven Kursverluste vom Dienstag, als Dow & Co mehr als 3 Prozent eingebüßt hatten, zusätzlich stark belastet von Konjunktursorgen. Hintergrund dieser Sorgen war eine zunehmend inverse Zinsstruktur in den USA, bei der die Zinsen am kurzen Ende höher sind als die am langen Ende.

Dass Peking bekräftigt hat, die mit den USA vereinbarten Handelserleichterungen "sofort" umzusetzen, entfaltet keine stützende Wirkung.

 
Ölpreise wieder auf Talfahrt 
 

Für Verunsicherung sorgen auch die weiter stark schwankenden Ölpreise vor dem Hintergrund des gerade stattfindenden Opec-Treffens in Wien. Brent-Öl verbilligt sich um 2,2 Prozent auf 60,20, zwischenzeitlich betrug das Minus auch schon 5 Prozent. Vom Treffen der Opec-Staaten heißt es, dass man sich prinzipiell auf eine Förderkürzung geeinigt hat. Das Ausmaß der Maßnahme dürfte allerdings erst am Freitag festgelegt werden. Der WTI-Preis fällt um 3,2 Prozent auf 51,18 Dollar je Barrel.

Der ADP-Arbeitsmarktbericht blieb mit einer Zunahme von 179.000 Stellen im privaten Sektor im November leicht unter der Prognose eines Plus von 190.000. "Das Jobwachstum ist stark, hat aber wahrscheinlich seinen Höhepunkt erreicht", sagt Mark Zandi, Chefökonom von Moody's Analytics.

Die Produktivität ex Agrar fiel im dritten Quartal mit einem Plus von 2,3 Prozent einen Tick höher als erwartet aus. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist zwar gefallen, doch waren Ökonomen von einem stärkeren Rückgang nach dem deutlichen Anstieg in der Vorwoche ausgegangen. Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im Oktober etwas stärker als erwartet gestiegen.

Nach der Handelseröffnung folgen noch der Auftragseingang der Industrie für Oktober, der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe im November und der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor im November in der zweiten Veröffentlichung. Dazu kommen die wöchentlichen US-Öllagerdaten.

 
"Sichere Häfen" gesucht 
 

Mit den zunehmenden Sorgen hinsichtlich Konjunktur und Handelsstreit sowie Brexit und Italien-Haushalt, sind bei Investoren die vermeintlich "sicheren Häfen" gesucht. Dazu gehören vor allem die Anleihemärkte. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere reduziert sich um 7,5 Basispunkte auf 2,89 Prozent. Damit verengt sich die Differenz zwischen der Zwei- und der Zehnjahresrendite. Diese wird von den Investoren ganz genau beobachtet, denn jeder Rezession seit 1975 gingen inverse Zinskurven voraus, also Zweijahresrenditen, die die der zehnjährigen Titel übertrafen.

Am Devisenmarkt legt der als "Fluchtwährung" gesuchte Yen gegenüber Dollar zu. Der US-Dollar rutschte im Tagestief bis auf 112,58 Yen nach Wechselkursen klar über der Marke von 113 am Vorabend. Aktuell geht der Dollar mit 112,77 Yen um. Der Euro bewegt sich an der Marke von 1,1350 Dollar seitwärts.

Der Goldpreis zeigt sich nach seiner jüngsten Rally wenig verändert. Die Feinunze kostet 1.237 Dollar. Er notiert damit weiter auf dem höchsten Niveau seit fünf Wochen. Das Edelmetall hatte zuletzt ebenfalls von seinem Status als "sicherer Hafen" profitiert.

 
Hewlett Packard nach Zahlen mit Abgaben 
 

Für die Aktien von Hewlett Packard geht es vor der Startglocke bereits um 3,5 Prozent abwärts. Das Technologie-Unternehmen hatte am Dienstagabend Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt und erzielte aufgrund von Steuereffekten ein Minus von 757 Millionen Dollar.

Über Erwarten ist das Nettoergebnis von Synopsys im vierten Quartal geblieben - allerdings begünstigt von Steuereffekten. Auch der Umsatz des Software-Unternehmens fiel besser als prognostiziert aus. Die Aktie gibt mit dem Gesamtmarkt um 1,2 Prozent nach.

Guidewire Software hat den Ausblick für das Gesamtjahr nach unten genommen. Das Ergebnis für das erste Geschäftsquartal übertraf die Markterwartungen jedoch deutlich. Die Aktie büßt auf Grund des Ausblicks 6,7 Prozent ein.

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US-Anleihen 
Laufzeit            Rendite   Bp zu VT   Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre                2,75       -6,9         2,82      155,2 
5 Jahre                2,75       -6,6         2,82       82,9 
7 Jahre                2,81       -7,1         2,88       56,7 
10 Jahre               2,89       -7,5         2,96       44,2 
30 Jahre               3,16       -7,4         3,23        9,2 
 
DEVISEN             zuletzt      +/- %     Do, 8:16  Mi, 18:01   % YTD 
EUR/USD              1,1362     +0,12%       1,1332     1,1350   -5,4% 
EUR/JPY              128,12     -0,22%       128,07     128,39   -5,3% 
EUR/CHF              1,1304     -0,13%       1,1304     1,1324   -3,5% 
EUR/GBP              0,8900     -0,12%       0,8913     0,8904   +0,1% 
USD/JPY              112,77     -0,33%       113,03     113,11   +0,1% 
GBP/USD              1,2766     +0,25%       1,2713     1,2747   -5,5% 
 
ANLEIHERENDITEN     aktuell     Vortag  YTD absolut 
Deutschland 2 J.      -0,62      -0,61        -0,01 
Deutschland 10 J.      0,25       0,27        -0,18 
USA 2 Jahre            2,75       2,82         0,86 
USA 10 Jahre           2,89       2,96         0,48 
Japan 2 Jahre         -0,16      -0,14        -0,02 
Japan 10 Jahre         0,05       0,06         0,00 
 
ROHÖL               zuletzt  VT-Settl.        +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex             51,18      52,89        -3,2%      -1,71  -11,4% 
Brent/ICE             60,20      61,56        -2,2%      -1,36   -4,4% 
 
METALLE             zuletzt     Vortag        +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)        1.237,50   1.237,33        +0,0%      +0,18   -5,0% 
Silber (Spot)         14,39      14,51        -0,8%      -0,12  -15,0% 
Platin (Spot)        790,95     801,00        -1,3%     -10,05  -14,9% 
Kupfer-Future          2,72       2,77        -1,7%      -0,05  -18,8% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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December 06, 2018 08:59 ET (13:59 GMT)

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Quelle:Dow Jones  06.12.2018 14:59


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