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DJ MÄRKTE USA/Dow & Co nach Trump-Tweet auf Rekordhochs



NEW YORK (Dow Jones)--Mit Hilfe von US-Präsident Donald Trump startet die Wall Street am Donnerstag mit Aufschlägen in den Handel. Sein Tweet, man stehe kurz vor einem großen Deal mit China, lässt den Dow-Jones-Index um 1 Prozent und damit auf ein neues Rekordhoch steigen. Vorbörslich hatte noch Skepsis am Markt vorgeherrscht. Im frühen US-Handel erreicht der Dow so ein Rekordhoch von 28.203 Punkte. S&P-500 und Nasdaq-Composite ziehen ähnlich stark an - ebenfalls auf Rekordhochs.

Zwar dürften Aktienanleger nicht mehr auf sinkende Leitzinsen in den USA hoffen, dies war aber erwartet worden. Trotz eines recht rosigen Konjunkturausblicks stehen steigende Zinsen aber vorerst auch nicht auf der Agenda, wie die Fed am Vorabend klarstellte. Die implizierte Zinserhöhung 2020 könnte also ausfallen. "Niedrige Zinsen für einen längeren Zeitraum sind immer eine gewinnbringende Sache für den Markt", sagt Chefanalyst Jasper Lawler von London Capital Group. Doch wie es mit der US-Wirtschaft weitergeht, hängt auch vom Fortgang des US-chinesischen Handelskonflikts ab. Und da schürt Trump nun neue Hoffnung.

Denn am Sonntag drohen neue US-Zölle auf chinesische Importe, sollte nicht zuvor ein "Phase-Eins-Abkommen" zwischen beiden Seiten in trockenen Tüchern sein. Informierten Kreisen zufolge liegen jetzt konkrete Vorschläge auf dem Tisch und die US-Seite habe auch den Verzicht auf die Inkraftsetzung der Strafzölle angeboten. Außerdem werde sich US-Präsident Donald Trump mit seinen wichtigsten Handelsberatern treffen.

   Viele Unwägbarkeiten 

Vor allem die laufende Unterhauswahl in Großbritannien sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Von ihr werden wichtige Impulse in Sachen Brexit und Handel ausgehen. Erwartet wird ein Sieg der Konservativen von Premierminister Boris Johnson. Allerdings ist der Vorsprung laut jüngsten Umfragen geschrumpft. Erste Prognosen über den Wahlausgang werden erst nach Handelsschluss an der Wall Street erwartet.

Der Preisdruck auf vorgelagerter Ebene ist in den USA im November konstant geblieben. Die Erzeugerpreise stagnierten gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Anstieg gerechnet. In der Kernrate sanken die Preise sogar. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten überraschten indes negativ, der Erstanträge springen auf ein Zweijahreshoch. Schwache Inflations- und Arbeitsmarktdaten stützen den Rentenmarkt nur kurz, die Notierungen drehen mit den Trump-Äußerungen ins Minus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 3,9 Basispunkte auf 1,84 Prozent.

Die Erdölpreise ziehen indes moderat an. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuert sich um 0,3 Prozent auf 58,92 Dollar je Fass, Nordseeöl der Sorte Brent um 0,3 Prozent auf 63,92 Dollar. Die globalen Ölvorräte werden nach Einschätzung der Internationale Energie-Agentur (IEA) im ersten Quartal 2020 weiter steigen - trotz der Versuche des Ölkartells Opec und seiner Mitstreiter, den Markt auszugleichen. In ihrem aktuellen Ölmarktbericht erklärt die IEA aber auch, dass sie ihr für 2020 prognostiziertes Wachstum der täglichen Nicht-Opec-Ölförderung reduziert. Insgesamt sank die Produktion der Opec im November.

Der ICE-Dollarindex sinkt indes um 0,3 Prozent. Mit der Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen und dem möglichen Verzicht auf Erhöhungen 2020 sei der Greenback nicht sonderlich gefragt, heißt es. Der Euro bewegt sich mit der ersten Pressekonferenz der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde nicht nachhaltig und geht mit 1,1142 Dollar um nach Wechselkursen um 1,1125 im Tagestief. Die EZB hatte wie erwartet ihr Zinsniveau bestätigt.

   Gold kommt zurück 

Die Dollarschwäche und die fehlende Aussicht auf steigende Zinsen helfen dem Goldpreis zunächst auf die Sprünge, die Feinunze verteuert sich zwischenzeitlich um 0,7 Prozent - auch gestützt von Lagarde: Sie spricht von der Erfordernis einer sehr akkommodierenden Politik für längere Zeit und von anhaltend schwachem Inflationsdruck. Doch die Trump-Äußerungen lassen das Edelmetall von den Tageshochs zurückkommen, die Feinunze verteuert sich nur noch um 0,2 Prozent auf 1.477 Dollar.

Unter den Einzelaktien bestimmen Meldungen aus dem Textilsektor das Geschehen. Der Aktienkurs von Lululemon Athletica gibt 5,2 Prozent nach. Der Sportbekleidungshändler hat im dritten Quartal einen bereinigten Gewinn unter den Markterwartungen vorgelegt - bei deutlich gesteigerten Umsätzen.

Tailored Brands verlieren 8,5 Prozent. Die Muttergesellschaft des Herrenbekleidungshändlers Men's Wearhouse übertraf im dritten Quartal zwar die Erwartungen der Analysten, enttäuschte jedoch mit dem Ausblick für das Schlussquartal.

Amgen verbessern sich um 0,7 Prozent, nachdem der Vorstand des Biotechnologie-Unternehmens die Quartalsdividende für das erste Quartal 2020 um 10 Prozent erhöht hat.

Continental Resources notieren 0,7 Prozent im Plus. Der Ölkonzern hat mitgeteilt, dass CEO und Unternehmensgründer Harold Hamm von seinem Amt zurücktritt, aber als Executive Chairman im Unternehmen bleibt.

Nordson geben 2,7 Prozent nach. Der Hersteller von Präzisionsanlagen zum Auftrag von Kleb- und Dichtstoffen hat Viertquartalszahlen vorgelegt. Beim Gewinn hatten Analysten auf mehr gesetzt. Oxford Industries zeigen sich nach Vorlage von Drittquartalszahlen 3,2 Prozent niedriger. Der Bekleidungshändler mit Marken wie Tommy Bahama und Lilly Pulitzer hat einen Gewinn unter Vorjahresniveau vorgelegt, die Markterwartungen wurden aber übertroffen.

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INDEX                 zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA                28.168,06       0,92        256,76          20,75 
S&P-500              3.170,21       0,91         28,58          26,46 
Nasdaq-Comp.         8.730,56       0,88         76,51          31,58 
Nasdaq-100           8.476,58       0,88         73,97          33,91 
 
US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite   Bp zu VT    Rendite VT      +/-Bp YTD 
2 Jahre                  1,65        5,3          1,60           45,2 
5 Jahre                  1,70        6,5          1,64          -22,2 
7 Jahre                  1,81        7,4          1,74          -43,6 
10 Jahre                 1,87        6,7          1,80          -57,9 
30 Jahre                 2,30        7,7          2,23          -76,4 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %  Do, 8:24 Uhr  Mi, 17:21 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,1122     -0,11%        1,1139         1,1095   -3,0% 
EUR/JPY                121,32     +0,38%        120,99         120,56   -3,5% 
EUR/CHF                1,0966     +0,24%        1,0940         1,0936   -2,6% 
EUR/GBP                0,8461     +0,31%        0,8426         0,8418   -6,0% 
USD/JPY                109,09     +0,50%        108,62         108,66   -0,5% 
GBP/USD                1,3144     -0,42%        1,3208         1,3179   +3,0% 
USD/CNH (Offshore)     6,9763     -0,78%        7,0322         7,0320   +1,6% 
Bitcoin 
BTC/USD              7.143,01     -0,66%      7.139,01       7.175,01  +92,1% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               59,59      58,76         +1,4%           0,83  +22,9% 
Brent/ICE               64,75      63,72         +1,6%           1,03  +17,0% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.467,59   1.474,55         -0,5%          -6,96  +14,4% 
Silber (Spot)           16,81      16,89         -0,5%          -0,08   +8,5% 
Platin (Spot)          937,85     937,00         +0,1%          +0,85  +17,8% 
Kupfer-Future            2,78       2,78            0%              0   +4,9% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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December 12, 2019 10:11 ET (15:11 GMT)

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Quelle:Dow Jones  12.12.2019 16:11


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