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DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen holen Verluste auf



FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen holen die Verluste bis Freitagvormittag vollständig auf. Im Handel ist von vereinzelten Käufen am niedrigen Niveau die Rede. Am fundamentalen Umfeld hat sich indes nichts geändert: Die Führung in Peking will mit einem sogenannten Sicherheitsgesetz gegen die Demokratie in der ehemaligen Kronkolonie Hongkong vorgehen. Befürchtet werden nun einerseits neue Unruhen und andererseits eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen China und dem Westen, besonders den USA.

Der DAX gewinnt 0,2 Prozent auf 11.090 Punkte, während der Euro-Stoxx-50 um 0,2 Prozent auf 2.911 Punkte anzieht. "Je näher die Präsidentschaftswahl in den USA rückt, desto mehr dürfte Trump Kritik am Reich der Mitte üben", so AxiTrader. Investoren befürchteten dabei, dass es nicht bei einem Krieg der Worte bleiben, sondern es auch zur erneuten Eskalation des Handelskonflikts mit gegenseitigen Strafzöllen und anderen Sanktionen kommen wird.

Während der Autosektor europaweit um 0,9 Prozent anzieht, geben Renault kräftig um 1,1 Prozent nach. Belastend wirken hier Aussagen des französischen Finanzministers Bruno Le Maire. Laut Le Maire könnte Renault ohne eine klare Strategie gegen die durch die Corona-Pandemie verursachte Wirtschaftskrise "verschwinden". Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Für die Peugeot-Aktie geht es 2,4 Prozent nach oben.

   Aktien mit starkem China-Exposure werden gemieden 

Im Bankensektor geht es für HSBC um 4 Prozent nach unten. Die Bank ist stark in Hongkong engagiert, auch politisch. Standard Chartered, ebenfalls mit starker Präsenz in Asien, verlieren 2,6 Prozent.

Ähnlich bei den Versicherern: Hier verliert die Aktie von Prudential 9,3 Prozent. Die Briten haben ein starkes Geschäft in Asien. Nachdem dieses zuletzt unter den Beschränkungen der Corona-Pandemie litt, auch weil keine Kundenkontakte mehr möglich waren, belastet nun die Zuspitzung der Situation in Hongkong.

Unter Druck geraten Rohstoffaktien mit Abschlägen von 0,8 Prozent. Sie leiden unter fallenden Rohstoffpreisen. An der Londoner Börse verlieren BHP 0,5 Prozent und Anglo American 2 Prozent.

Bei den Aktien der Luxusgüterhersteller geben Kering um 1,7 Prozent nach. LVMH verlieren 1,2 Prozent und Richemont 4 Prozent. Die Branche gilt als besonders stark abhängig von Käufen ihrer Produkte durch asiatische Konsumenten. Eine Sonderbewegung gibt es bei Burberry, die nach dem Quartalsausweis um 2 Prozent zulegen.

   TAG Immobilien mit LEG-Fusionsspekulationen fester 

TAG Immobilien reagieren mit Aufschlägen von 6,8 Prozent auf Fusionsspekulationen mit LEG Immobilien. LEG hat in der Zwischenzeit bestätigt, dass es Gespräche mit TAG über einen möglichen Zusammenschluss führt. Eine Fusion würde über einen Aktientausch erfolgen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei ungewiss, ob eine Transaktion vereinbart werde. LEG liegen nur 0,3 Prozent vorne. Die Aktienreaktion legt nahe, dass es an LEG liegen dürfte, das Umtauschverhältnis für die TAG-Aktionäre attraktiv zu gestalten.

Im SDAX ziehen die Aktien des Autovermieters Sixt um 4 Prozent an auf 67,10 Euro. Laut Händlern berichtet die New York Post über finanzielle Schwierigkeiten des Konkurrenten Hertz. "Davon könnte Sixt profitieren", so ein Händler. Und Metzler hat Sixt zum Kauf empfohlen mit einem Kursziel von 80 nach bisher 53 Euro.

Für AJ Bell geht es um 13,7 Prozent auf 385 Pence nach unten, nachdem sich Invesco Asset Management von der Beteiligung an der Investmentplattform getrennt hat. Numis hat die Platzierung von 31 Millionen Aktien zu 400 Pence je Aktie durchgeführt.

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Aktienindex              zuletzt      +/- %     absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           2.913,78       0,30        8,80     -22,20 
Stoxx-50                2.837,12      -0,36      -10,37     -16,63 
DAX                    11.107,67       0,38       41,74     -16,16 
MDAX                   24.595,58       0,77      188,67     -13,13 
TecDAX                  3.088,27       0,63       19,38       2,43 
SDAX                   10.926,56       0,23       24,78     -12,67 
FTSE                    5.988,67      -0,44      -26,58     -20,25 
CAC                     4.464,77       0,43       19,33     -25,31 
 
Rentenmarkt              zuletzt                absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,49                   0,01      -0,73 
US-Zehnjahresrendite        0,66                  -0,02      -2,02 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %     Fr,9:02  Do, 17:20   % YTD 
EUR/USD                   1,0895     -0,48%      1,0926     1,0947   -2,9% 
EUR/JPY                   117,26     -0,51%      117,31     117,92   -3,8% 
EUR/CHF                   1,0583     -0,41%      1,0600     1,0618   -2,5% 
EUR/GBP                   0,8944     -0,12%      0,8952     0,8960   +5,7% 
USD/JPY                   107,63     -0,03%      107,38     107,71   -1,1% 
GBP/USD                   1,2180     -0,36%      1,2202     1,2218   -8,1% 
USD/CNH (Offshore)        7,1591     +0,32%      7,1448     7,1284   +2,8% 
Bitcoin 
BTC/USD                 9.109,26     +0,16%    9.097,26   9.114,26  +26,3% 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.       +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  32,71      33,92       -3,6%      -1,21  -44,4% 
Brent/ICE                  34,57      36,06       -4,1%      -1,49  -45,6% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag       +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.735,95   1.725,70       +0,6%     +10,25  +14,4% 
Silber (Spot)              17,20      17,00       +1,2%      +0,20   -3,6% 
Platin (Spot)             844,30     827,75       +2,0%     +16,55  -12,5% 
Kupfer-Future               2,38       2,43       -2,2%      -0,05  -15,5% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 22, 2020 10:09 ET (14:09 GMT)

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Quelle:Dow Jones  22.05.2020 16:09


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