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DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - DAX schwankt um den Schlussstand



Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach den Abgaben zum Wochenstart verändern sich die Indizes an den großen europäischen Börsen am Dienstag nur noch vergleichsweise wenig. Der DAX noiert am Nachmittag mit einem Minus von 0,9 Prozent leichter, wobei er im Tagesverlauf um den Schlussstand vom Montag gependelt ist. Der Euro-Stoxx-50 liegt 1,1 Prozent im Minus.

Einerseits werden steigende Kurse zum Ausstieg genutzt - vor allem wegen Sorgen um die Pandemie. Andererseits gilt der DAX nach den starken Abschlägen um knapp 1.000 Punkte innerhalb von nur sieben Handelstagen nun als überverkauft, das ruft erste Schnäppchenjäger auf den Plan. Zudem ist er an einer starken Unterstützungszone angekommen - bei 12.126 Punkten verläuft die 200-Tagelinie, daruner gilt auch die 12.000er Marke als wichtiger potenzieller Boden. Während die Diskussion am Gesamtmarkt weiterhin von Covid-19 beherrscht wird, liefert für die Einzelwerte einmal mehr die Berichtssaison die Impulse.

Bei den Branchen liegen Öl-, Versicherungs- und Einzelhandelsaktien deutlich im Minus, Technologieaktien können sich etwas von dem SAP-Schock erholen.

   HSBC und Santander nach Zahlen gesucht 

Der europäische Branchenindex der Banken gibt um 0,6 Prozent nach. Die Drittquartalszahlen von HSBC (plus 3,8 Prozent) sind besser als erwartet ausgefallen. Hauptgrund dafür waren geringere Rückstellungen, auch sind die Kosten niedriger als im Vorfeld geschätzt ausgefallen. Die Nettozinseinnahmen liegen ebenfalls leicht über der Prognose. Positiv hebt die Citigroup auf die harte Kernkapitalquote hervor, die mit 15,6 Prozent 80 Basispunkte über dem Konsens liegt.

Positiv werden auch die Geschäftszahlen von Banco Santander gesehen, für die Aktie geht es in Madrid um 1 Prozent nach oben. Das Handelsgeschäft konnte deutlich zulegen, die Zinserträge gingen weniger zurück als befürchtet und die Kostenbasis konnte drastisch gesenkt werden. Der Einnahmenrückgang wurde von den Kostensenkungsmaßnahmen aufgefangen, daher erwartet Santander trotz Corona-Krise für das Gesamtjahr 2020 einen bereinigten Gewinn um 5 Milliarden Euro.

   Prosus profitiert von Ant-Börsengang 

Prosus gewinnen 2 Prozent. Stützend wirkt ein sich abzeichnender positiver Börsengang für die Tencent-Tochter Ant Group. Der IPO könnte sogar noch größer als der von Saudi Aramco ausfallen. Prosus hält eine große Beteiligung an Tencent, die laut Equita mehr als 80 Prozent des Nettovermögenswertes von Prosus ausmacht. Angesichts des geschätzten Bewertungmultiples für Ant Group sehen die Analysten Bewertungsspielraum bei Prosus von mehr als 10 Prozent.

   Plattner kauft für eine Viertelmilliarde SAP-Aktien 

Bei den Technologie-Aktien können sich SAP um 1,1 Prozent erholen. Die Unternehmensführung hat den beispiellosen Kursrutsch vom Montag zum Kauf genutzt. An der Spitze steht dabei der Aufsichtsratsvorsitzende und Mitgründer Hasso Plattner, der über die Hasso Plattner Single Asset GmbH & Co KG für knapp 249 Millionen Euro Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 101,03 Euro gekauft hat.

Gewinner Nummer eins im DAX sind Delivery Hero. Sie steigen um 2,4 Prozent auf 94,84 Euro. Damit ist der steile Abwärtstrend der vergangenen Woche gebrochen. Marktteilnehmer setzen darauf, dass der Quartalsbericht am Mittwoch weitere Schritte hin zur Profitabilität zeigen wird. Der Umsatz soll sich im Jahresvergleich nahezu verdoppelt haben.

Capgemini gewinnen 2,8 Prozent. Der Rückgang des organischen Umsatzwachstums ist mit 3,6 Prozent geringer ausgefallen als erwartet. Die Konsensschätzung lag bei minus 4,7 Prozent. Stützend wirkt auch der Ausblick: Das Unternehmen geht davon aus, dass sowohl Wachstum als auch die operative Marge über der Mitte der bisherigen Spanne ausfallen werden. Die Citigroup rechnet mit einer Anpassung der Marktschätzungen für das laufende Jahr nach oben.

Bei den Autozulieferern geben Schaeffler 2,4 Prozent ab. Das Unternehmen hat im dritten Quartal zwar erneut weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum verbucht. Der Autozulieferer schrumpfte jedoch nicht mehr so schnell wie im Vorquartal, und beim Ergebnis zeigten sich deutlich positive Tendenzen. Stützend wirkte dabei eine stärkere Auto-Produktion über den Sommer. Die vielbeachtete EBIT-Marge in der Sparte Automotive OEM stieg auf 8,3 Prozent, die Citigroup hatte nur mit 6 Prozent gerechnet.

   Novartis wird optimistischer - Aktie im Minus 

Der Pharmakonzern Novartis hat seine Jahresprognose für das operative Kernergebnis nach einem soliden dritten Quartal angehoben. Der Konzern erwartet beim operativen Kernergebnis im Gesamtjahr 2020 eine Steigerung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich bis mittleren Zehnprozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Zuvor war Novartis von einer Zunahme des operativen Kernergebnisses im niedrigen zweistelligen Prozentbereich ausgegangen. Die Aktie notiert trotzdem 3 Prozent schwächer. Dagegen legen andere Pharmatitel wie Roche und Astrazeneca zu.

BP geben mit einem Minus von 1,1 Prozent etwas weniger stark nach als die Konkurrenten. Die Geschäftszahlen des Ölriesens zum dritten Quartal sind nicht so schlecht wie befürchtet ausgefallen. BP habe die erste Verluststrecke in einem Jahrzehnt von zwei negativen Quartalen hintereinander vermeiden können, sagt Michael Hewson von CMC Markets. Der Umbau des Konzerns dürfte Anlegern aber noch lange viel Geduld abfordern.

Auf ein positives Echo stoßen die Drittquartalszahlen von Rational (plus 1,5 Prozent) im Handel. Diese sind sowohl auf der Umsatz- wie auch der Ergebnisseite über den Schätzungen ausgefallen. Einen Ausblick auf 2020 traut sich das Unternehmen allerdings nicht zu. Wie Baader in ihrem Ausblick anmerkt, ist das vierte Quartal traditionell das wichtigste für Rational.

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Aktienindex              zuletzt      +/- %        absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.070,48      -1,12         -34,77         -18,01 
Stoxx-50                2.785,87      -0,97         -27,17         -18,14 
DAX                    12.064,99      -0,92        -112,19          -8,94 
MDAX                   26.623,08      -0,30         -80,50          -5,97 
TecDAX                  2.917,19      -0,10          -3,00          -3,24 
SDAX                   11.911,97      -1,31        -157,78          -4,79 
FTSE                    5.736,00      -0,97         -56,01         -23,21 
CAC                     4.733,89      -1,71         -82,23         -20,81 
 
Rentenmarkt              zuletzt                   absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,61                     -0,03          -0,85 
US-Zehnjahresrendite        0,78                     -0,02          -1,90 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Di, 08:22 Uhr  Mo, 18:23 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,1824     +0,15%         1,1826         1,1821   +5,4% 
EUR/JPY                   123,59     -0,20%         123,88         123,95   +1,4% 
EUR/CHF                   1,0725     +0,01%         1,0727         1,0721   -1,2% 
EUR/GBP                   0,9064     -0,07%         0,9079         0,9077   +7,1% 
USD/JPY                   104,52     -0,34%         104,75         104,86   -3,9% 
GBP/USD                   1,3044     +0,21%         1,3035         1,3022   -1,6% 
USD/CNH (Offshore)        6,7021     +0,05%         6,6947         6,7032   -3,8% 
Bitcoin 
BTC/USD                13.398,50     +2,64%      13.127,75      12.877,50  +85,8% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settl.          +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  38,99      38,56          +1,1%           0,44  -30,9% 
Brent/ICE                  40,75      40,46          +0,7%           0,29  -33,5% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag          +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.905,79   1.902,61          +0,2%          +3,18  +25,6% 
Silber (Spot)              24,35      24,29          +0,2%          +0,06  +36,4% 
Platin (Spot)             886,85     877,10          +1,1%          +9,75   -8,1% 
Kupfer-Future               3,09       3,08          +0,0%          +0,00   +9,2% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 27, 2020 11:02 ET (15:02 GMT)

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Quelle:Dow Jones  27.10.2020 16:02


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