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DJ XETRA-SCHLUSS/DAX kann 15.000er Marke nicht mehr verteidigen



Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Politische Spannungen in Ostasien haben am deutschen Aktienmarkt am Dienstag einen Schwächeanfall ausgelöst. Der DAX konnte die 15.000er Marke nicht mehr verteidigen, mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 14.856 Punkte schloss er auf dem tiefsten Stand seit Ende März. Am Markt hieß es, die chinesische Luftwaffe habe den Luftraum Taiwans verletzt. "Eine militärische Eskalation könnte die Wirtschaftserholung gefährden, die stark vom Export nach China abhängig ist", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Allerdings trafen die Meldungen aus Ostasien auf einen bereits labilen Markt.

Gute Unternehmensnachrichten konnten die Stimmung schon am Vormittag nicht mehr stützen, sondern wurden zu Gewinnmitnahmen genutzt. Begründet wurde die Nervosität am Markt vor allem mit der anhaltenden Tapering-Diskussion, also des möglichen Zurückschneidens der Anleihenkaufprogramme durch die Notenbanken. Am Nachmittag löste US-Finanzministerin Janet Yellen eine weitere Verkaufswelle aus: Sie meinte, Zinserhöhungen könnten notwendig sein, damit die US-Wirtschaft nicht überhitzt. Das drückte dann auch den Euro und den Goldpreis.

Besonders die Gewinner der Lockdown-Phasen und des bisherigen Börsenjahres wurden abverkauft, so VW mit einem Minus von 4,7 Prozent. Relativ gut halten konnten sich ausgewählte defensive Werte wie Eon, die um 0,3 Prozent nachgaben.

   Infineon und Teamviewer brechen ein - gute Zahlen stützen nicht 

Trotz guter Zahlen und einer höheren Prognose brachen Infineon um 5,9 Prozent ein. Bei dem Unternehmen hat sich die dynamische Auftragsentwicklung im zweiten Geschäftsquartal fortgesetzt. Der Chiphersteller bekam allerdings die Lieferschwierigkeiten der Branche bei den Halbleitern zu spüren, die er selbst von Auftragsfertigern bezieht. "In den meisten Anwendungsfeldern übersteigt der Bedarf das Angebot deutlich", sagte Vorstandschef Reinhard Ploss.

Der Softwarekonzern Teamviewer hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2021 bekräftigt. So sollen die Billings in diesem Jahr auf 585 bis 605 Millionen Euro steigen. Der Umsatz soll im laufenden Jahr 525 bis 540 Millionen Euro erreichen nach 455,6 Millionen im vergangenen Jahr. Der Kurs brach um mehr als 12 Prozent ein.

Hellofresh sackten um 6,7 Prozent ab. Im Fall einer Öffnung der Wirtschaft könnte der Kurs des Anbieters von Kochboxen seine besten Zeiten erst einmal hinter sich haben, hieß es am Markt.

Einer der wenigen Gewinner am Markt waren König & Bauer mit einem Plus von 6,5 Prozent. Laut den Zahlen ist das Unternehmen auf dem Weg der Besserung. Der freie Cashflow stieg im ersten Quartal auf 22,1 Millionen Euro von minus 31,3 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum.

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INDEX          zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX          14.856,48  -2,49%     +8,29% 
DAX-Future   14.852,00  -2,52%     +8,66% 
XDAX         14.844,66  -2,67%     +8,60% 
MDAX         32.042,37  -2,65%     +4,05% 
TecDAX        3.393,82  -3,37%     +5,64% 
SDAX         15.797,06  -2,82%     +6,99% 
zuletzt      +/- Ticks 
Bund-Future     170,58      41 
 
Index   Gewinner  Verlierer  unv.  Umsatz Mio Euro  Mio Aktien  Vortag 
DAX            0         30     0          4.595,6        89,4    48,8 
MDAX           2         58     0          1.425,9        57,4    33,1 
TecDAX         0         30     0          1.444,5        43,9    18,7 
SDAX           6         63     1            274,0        12,2     7,2 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 04, 2021 11:48 ET (15:48 GMT)

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Quelle:Dow Jones  04.05.2021 17:48


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