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DJ MÄRKTE EUROPA/Schwacher US-Job-Report räumt Zinsangst aus dem Weg



FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr fest haben sich Europas Börsen am Freitag aus der Handelswoche verabschiedet. Dank eines deutlich schwächeren US-Arbeitsmarktberichts wurden Ängste vor Zinserhöhungen vertrieben. Die Zahlen lagen dabei derart deutlich unter der Erwartung, dass nun Fragen an die Schätzfähigkeiten der Analysten aufkamen.

Denn statt erwarteter 1 Million neuer Stellen wurden gerade einmal 266.000 geschaffen. Dazu noch stieg die Arbeitslosenquote an und der Vormonat wurde herabrevidiert. Dies sei der "größte Schätzfehler in der Geschichte der Arbeitsmarktdaten" gewesen, hieß es im Handel. Als Grund wird vermutet, dass viele Amerikaner dem Arbeitsmarkt den Rücken zugekehrt haben, weswegen viele Stellenangebote nicht besetzt werden können.

Für die Börsen ist dies indes ultrabullish: Die befürchtete Überhitzung der US-Wirtschaft zeigt sich nicht. Mit Zinserhöhungen oder einem Rückfahren der Anleihekäufe der Notenbanken (Tapering) ist noch lange nicht zu rechnen. Entsprechend stiegen besonders zinsempfindliche Titel wie die Tech-Werte nach oben. Der DAX legte um 1,3 Prozent auf 15.399,7 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,9 Prozent auf 4.034 Punkte.

 Adidas sprinten an DAX-Spitze - Siemens hebt Ausblick an 

Dazu kamen erneut sehr gute Zahlen aus der Berichtsaison. So übertrafen Adidas die Erwartung beim Umsatz um rund 5 Prozent und beim Ergebnis vor Steuern sogar um rund 20 Prozent. Entsprechend zuversichtlich war auch der Ausblick. Laut Jefferies zeigen sich darin keine Bremsspuren durch Absatzprobleme in China. Adidas sprangen um 8,4 Prozent.

Bei Siemens war von "wirklich starken Zahlen" die Rede, hier ging es um 3 Prozent nach oben. Der Ausblick wurde zudem angehoben. Analysten merkten mit Blick auf den Bereich Digital Industries an, dass die EBITA-Marge auf 20,1 nach 15,9 Prozent im Vorjahr in die Höhe geschnellt ist.

Die endgültigen Zahlen von BMW (+0,3%) lieferten wenig Überraschendes. Infineon stiegen mit den gesuchten Tech-Aktien um 3,6 Prozent, Aixtron im TecDAX legten sogar 4,5 Prozent zu.

Für Maschinenbauer Krones ging es 2,7 Prozent höher. Der Auftragseingang beschleunigte sich weiter und sprang im ersten Quartal um über 27 Prozent an. Analysten wie von Baader Helvea und Warburg rechnen daher im Jahresverlauf mit einer Ausblickserhöhung.

  Banken mit gemischten Signalen 

Keine große Belastung auf Commerzbank übte die Ankündigung von rund 225 Millionen Euro zusätzlicher Kosten für Restrukturierung und Personalabbau aus. Das Problem sei bekannt, hieß es. Die Aktien gaben 0,4 Prozent nach.

Bei Credit Agricole in Paris ging es trotz guter Quartalszahlen um 1,7 Prozent tiefer. Mit 1,05 Milliarden Euro ist der Gewinn der französischen Bank zwar weit über der Markterwartung von 666 Millionen Euro ausgefallen. Marktteilnehmer monierten hier aber, dass die Bank noch immer keinen Ausblick auf das Gesamtjahr abgegeben hat.

  Apotheken und Biotechs wieder erholt 

Für die Aktie von Prosieben ging es um 2,9 Prozent nach unten. Hier belasteten Berichte, wonach man auf kein großes Interesse beim geplanten Verkauf der Sparte Flaconi gestoßen sei. Dies hätte bis zu 1 Milliarde Euro bringen können, meinte die Analysten der Citi.

Die Aktien der beiden Online-Apotheken Shop Apotheke (+5,5%) und Zur Rose (+11%) holten ihre deutlichen Verluste der Vortage wieder auf. Jefferies merkte dazu an, dass die politische Unsicherheit um das E-Rezept gemildert sei, nachdem der Bundestag ein dazu notwendiges Rezept verabschiedet hat.

Erholt vom Vortagsabsturz zeigten sich die Impfstoff- und Biotech-Aktien. Curevac stiegen um 6,7 Prozent und Biontech um 7,4 Prozent. Für Brain Biotech ging es sogar um 13,4 Prozent höher, nachdem ein Erfolg bei der Technologie zum Genom-Editing erzielt wurde.

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Index                  Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                         stand      absolut         in %          seit 
.                                                          Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50          4.034,25       +34,81        +0,9%        +13,6% 
Stoxx-50               3.443,78       +24,82        +0,7%        +10,8% 
Stoxx-600                444,93        +3,91        +0,9%        +11,5% 
XETRA-DAX             15.399,65      +202,91        +1,3%        +12,3% 
FTSE-100 London        7.127,75       +51,58        +0,7%         +9,5% 
CAC-40 Paris           6.385,51       +28,42        +0,4%        +15,0% 
AEX Amsterdam            718,41        +5,95        +0,8%        +15,0% 
ATHEX-20 Athen         2.189,31       -26,34        -1,2%        +13,2% 
BEL-20 Bruessel        4.044,07       +26,49        +0,7%        +11,7% 
BUX Budapest          44.164,37      -308,34        -0,7%         +4,9% 
OMXH-25 Helsinki       5.220,16       +66,80        +1,3%        +13,8% 
ISE NAT. 30 Istanbul   1.509,51       +16,69        +1,1%         -7,7% 
OMXC-20 Kopenhagen     1.557,89       +26,19        +1,7%         +6,3% 
PSI 20 Lissabon        5.091,60       +57,62        +1,1%         +5,1% 
IBEX-35 Madrid         9.059,20       +77,00        +0,9%        +12,2% 
FTSE-MIB Mailand      24.612,04      +116,97        +0,5%        +10,2% 
RTS Moskau             1.577,51       +26,87        +1,7%        +13,7% 
OBX Oslo                 965,45       +15,93        +1,7%        +12,4% 
PX  Prag               1.109,87       +13,36        +1,2%         +8,1% 
OMXS-30 Stockholm      2.260,13       +13,52        +0,6%        +20,6% 
WIG-20 Warschau        2.097,31       +50,64        +2,5%         +5,7% 
ATX Wien               3.330,87       +20,73        +0,6%        +19,4% 
SMI Zuerich           11.173,57       +62,47        +0,6%         +4,4% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 07, 2021 12:01 ET (16:01 GMT)

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Quelle:Dow Jones  07.05.2021 18:01


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