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DJ MÄRKTE EUROPA/Ruhig trotz ifo-Index und Großen Verfalls



FRANKFURT (Dow Jones)--Der europäische Aktienmarkt hat zum Wochenausklang mit leichten Abgaben geschlossen. Ein besserer ifo-Index stützte die Kurse nur kurzzeitig. Dieser stieg im Dezember auf 92,1 Punkte, während Analysten mit einem Rückgang auf 90,5 gerechnet hatten. Nach den jüngsten sehr starken Einkaufsmanagerindizes scheinen positive Daten bereits weitgehend eingepreist zu sein. Der Große Verfall von Futures und Optionen auf Börsen-Indizes und Aktien verlief derweil sehr ruhig.

Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 13.631 Punkte. Im Tageshoch stand der Index mit 13.774 Punkten nur wenige Zähler unter dem Allzeithoch von 13.795 Punkten. Nach Einschätzung aus dem Handel dürfte das Allzeithoch noch vor dem Jahreswechsel fallen. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,4 Prozent auf 3.546 Punkte. Die übergeordneten Themen Corona und Brexit-Verhandlungen blieben die gleichen.

Der ifo-Index für Dezember macht die Experten der DWS grundsätzlich zuversichtlich. "Insgesamt hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft viel besser entwickelt als erwartet", sagte Martin Moryson, Chef-Volkswirt der DWS für Europa. "Auch die Aussichten fallen überraschend optimistisch aus". Die Geschäftserwartungen lägen sowohl im Handel wie auch im Verarbeitenden Gewerbe deutlich über den Werten von vor der Krise. Die Produktionsausfälle, die sich seit dem Ausbruch der Krise aufgetan hätten, führten offenbar zu erheblichem Nachholbedarf.

   1&1 Drillisch von Gutachten gestützt 

Unternehmensnachrichten dünnten nur wenige Tage vor Weihnachten immer mehr aus. 1&1 Drillisch profitierten von einem günstig ausgefallenen weiteren Gutachten im Streit mit Telefonica Deutschland und legten um 3,4 Prozent zu. Danach waren Preiserhöhungen von Telefonica Deutschland ungerechtfertigt. Weitere Gutachten stehen hier aber noch aus. Der Kurs der 1&1-Mutter United Internet zog um 4,6 Prozent an. Telefonica Deutschland zeigten sich unbelastet und gewannen 1,8 Prozent.

Für die Aktie von CD Projekt ging es in Warschau um 12,2 Prozent abwärts, nachdem Sony Interactive Entertainment bis auf weiteres die digitale Version von "Cyberpunk 2077" wegen Qualitätsmängeln aus dem Verkauf im Playstation-Store genommen hat. Cyberpunk 2077 ist ein Open-World-Action-Rollenspiel des Entwicklerstudios CD Projekt, das weltweit von der Gamer-Community mit großer Spannung erwartet worden war. Die beiden Unternehmen haben sich darauf geeinigt, dass die bisherigen Käufer den Kaufpreis vollständig zurück erhalten.

In Europa standen Zukäufe im Fokus. Das Nullzins-Niveau befeuere derlei Aktivitäten immer weiter, hieß es dazu im Handel. Die niederländische Philips kauft das US-Unternehmen Biotelemetry und legt dafür 2,8 Milliarden Dollar auf den Tisch. Philips stiegen um 1,7 Prozent.

In Mailand gaben Enel um 0,2 Prozent nach. Hier könnte der Verkauf der Beteiligung an Open Fiber bis zu 2,65 Milliarden Euro in die Kassen des italienischen Energieversorgers spülen.

   Vivendi will weitere UMG-Anteile verkaufen 

Der Medien-Konzern Vivendi will einen weiteren 10-Prozent-Anteil an Universal Music Group an ein Konsortium unter der Leitung von Chinas Tencent für rund 3 Milliarden Euro verkaufen. Vivendi zogen um 2,3 Prozent an. Was den Analysten von Citi nicht gefällt ist, dass das Geld nicht an die Aktionäre gehen soll, sondern in Geschäftsbereichen wie Buch- und Zeitschriftenverlag oder Reiseeinzelhandel fließen soll.

Für Wienerberger ging es um 3,7 Prozent nach oben. Der Zukauf von Meridian Brick in den USA wurde von Börsianern positiv gewertet. Dass Unternehmen betreibt im Süden der USA und in Kanada 19 Ziegelwerke, ein Betonziegelwerk und 29 Vertriebszentren. Mit dem Zukauf stärkt Wienerberger sein US-Geschäft.

Mit dem großen Verfall standen auch wieder Indexveränderungen im Fokus. Im SDAX gibt es sieben Neuaufnahmen und entsprechend auch sieben Absteiger. Neu in den SDAX kommen Flatexdegiro, Hensoldt, Home24, Westwing, Verbio, Grenke und Elringklinger. Außerdem startet die Aktie von Siemens Energy in den MDAX durch. Dafür müssen Grenke den Weg in den SDAX antreten. Siemens Energy schlossen 2,1 Prozent im Plus. Tele Columbus, die den SDAX verlassen, gewannen 9,5 Prozent ohne echten fundamentalen Treiber.

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Index                  Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                         stand      absolut         in %          seit 
.                                                          Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50          3.545,74       -15,13        -0,4%         -5,3% 
Stoxx-50               3.096,29       -10,66        -0,3%         -9,0% 
Stoxx-600                395,90        -1,38        -0,3%         -4,8% 
XETRA-DAX             13.630,51       -36,74        -0,3%         +2,9% 
FTSE-100 London        6.529,18       -21,88        -0,3%        -13,1% 
CAC-40 Paris           5.527,84       -21,62        -0,4%         -7,5% 
AEX Amsterdam            625,25        +0,50        +0,1%         +3,4% 
ATHEX-20 Athen         1.915,77       +23,81        +1,3%        -16,6% 
BEL-20 Brüssel         3.657,33       -19,76        -0,5%         -7,6% 
BUX Budapest          41.614,92      -473,11        -1,1%         -9,7% 
OMXH-25 Helsinki       4.575,42        -3,53        -0,1%         +8,4% 
ISE NAT. 30 Istanbul   1.560,35        +9,23        +0,6%        +12,4% 
OMXC-20 Kopenhagen     1.454,79       +23,40        +1,6%        +28,1% 
PSI 20 Lissabon        4.825,53       -62,50        -1,3%         -8,7% 
IBEX-35 Madrid         8.037,40      -116,00        -1,4%        -15,8% 
FTSE-MIB Mailand      21.976,12       -35,95        -0,2%         -6,4% 
RTS Moskau             1.402,50       -16,72        -1,2%         -9,5% 
OBX Oslo                 839,39        +6,61        +0,8%         -0,5% 
PX  Prag               1.009,23        -0,28        -0,0%         -9,5% 
OMXS-30 Stockholm      1.886,88        +1,71        +0,1%         +6,5% 
WIG-20 Warschau        1.952,54       -23,22        -1,2%         -9,2% 
ATX Wien               2.713,69       -10,23        -0,4%        -14,0% 
SMI Zürich            10.523,86       -16,50        -0,2%         -0,9% 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %   Fr, 8:48  Do, 17:04    % YTD 
EUR/USD                1,2236     -0,26%     1,2254     1,2243    +9,1% 
EUR/JPY                126,48     -0,01%     126,68     126,22    +3,8% 
EUR/CHF                1,0831     -0,15%     1,0836     1,0833    -0,2% 
EUR/GBP                0,9068     +0,42%     0,9051     0,9008    +7,1% 
USD/JPY                103,37     +0,25%     103,37     103,09    -5,0% 
GBP/USD                1,3493     -0,69%     1,3538     1,3591    +1,8% 
USD/CNH (Offshore)     6,5163     +0,03%     6,5264     6,5165    -6,5% 
Bitcoin 
BTC/USD             22.782,25     -0,83%  23.048,20  23.266,00  +216,0% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settl.      +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex               48,97      48,36      +1,3%       0,61   -12,6% 
Brent/ICE               52,07      51,50      +1,1%       0,57   -14,0% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag      +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)          1.883,70   1.885,60      -0,1%      -1,90   +24,1% 
Silber (Spot)           25,88      26,13      -1,0%      -0,25   +45,0% 
Platin (Spot)        1.037,55   1.049,00      -1,1%     -11,45    +7,5% 
Kupfer-Future            3,62       3,60      +0,7%      +0,02   +28,1% 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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December 18, 2020 12:18 ET (17:18 GMT)

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Quelle:Dow Jones  18.12.2020 18:18


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