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DJ MÄRKTE EUROPA/Verhaltener Start - Renditeanstieg bremst Aktien



FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas fester sind Europas Aktienmärkte am Dienstag in den Handel gestartet. Die meisten Kursverlierer vom Vortag erholen sich wieder etwas. Der DAX legt 0,3 Prozent zu auf 13.977 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verbessert sich um 0,3 Prozent auf 3.631 Zähler. Bremsend auf die Kurse wirkt der globale Wiederanstieg der Zinsen.

Zudem ist mit dem Ende der Weihnachtsferien auch die Volatilität an die Börse zurückgekehrt. Dies könnte auch in den kommenden Tagen anhalten. "Alles läuft ein bisschen ruckeliger als wir vor einer Woche gedacht hatten", sagt Chef-Stratege Luca Paolini von Pictet Asset Management: "Es fühlt sich an, als wäre 2020 noch nicht vorbei. Wir sind in der Mitte einer Pandemie, wir sprechen sogar noch mehr über US-Politik als vorher. Die Stories sind nach wie vor so ziemlich dieselben".

   Zinsanstieg wird Thema - Fed denkt über weniger Anleihekäufe nach 

Zum zentralen Problem wird immer mehr der rasche Anstieg der Renditen bei den US-Anleihen. Während die US-Treasurys mit einer Laufzeit von 10 Jahren vor einem Monat noch bei 0,90 Prozent rentierten, sind die Renditen nun auf 1,15 Prozent nach oben geschossen. Dies ist der höchste Wert seit Ende Februar vergangenen Jahres. Zudem wird mit weiter steigenden Zinsen in den USA gerechnet, einige Banken erwarten hier Sätze von 1,5 Prozent am Ende des Jahres.

Gestützt wird dies von Aussagen der US-Notenbank. So sagte Fed-Atlanta-Chef Raphael Bostic, die Fed könnte ihre Anleihekäufe schon dieses Jahr zurückfahren ("tapering"), falls sich die US-Wirtschaft schnell erhole. Derzeit kauft die Fed pro Monat für rund 120 Milliarden Dollar Anleihen.

Damit bieten Anleihen zumindest in den USA wieder eine Alternative zu Aktien. Für Aktien ist das ein Problem: Die sehr hohen Bewertungen wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis lassen sich nur rechtfertigen durch die Zinsen bei nahezu Null.

Im besonderen Fokus ab Dienstagnachmittag stehen daher weitere Reden von Fed-Mitgliedern. Hier reden Fed-Gouverneurin Lael Brainard und Cleveland-Fed-Präsidentin Loretta Mester.

Bei den Branchen gesucht sind Öl-&-Gas- sowie Bankenwerte. Sie legen bis zu 1 Prozent zu. Im DAX profitieren Covestro und BASF davon, die beide je um 1,5 Prozent steigen. Bei den Finanzwerten klettern Deutsche Bank um 1,4 Prozent.

JP Morgan hebt die europäischen Versorger hervor, die vor einem weiteren guten Jahr stehen sollten. In Deutschland mag das Haus aufgrund vernünftiger Bewertung die Aktien von RWE, die um 0,6 Prozent zulegen.

Shop Apotheke springen um 5 Prozent. Hier treiben Kurszielerhöhungen und positive Analystenkommentare nach den guten Wachstumszahlen vom Vortag.

Porsche geben trotz ordentlicher Absatzzahlen um 0,8 Prozent nach. Zahlen zum vierten Quartal hat Sika aus der Schweiz vorgelegt, die im erwarteten Rahmen liegen. Die Aktien klettern 0,9 Prozent.

Playtech klettern in London um 0,4 Prozent nach überzeugenden Ertragszahlen vor. Für die Jefferies-Analysten liegt das erwartete EBITDA mit mindestens 300 Millionen Euro rund 5 Prozent oberhalb des Konsens.

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Aktienindex              zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.623,13       0,07          2,51           1,98 
Stoxx-50                3.182,93       0,01          0,19           2,40 
DAX                    13.965,59       0,21         28,93           1,80 
MDAX                   31.262,96       0,52        160,76           1,52 
TecDAX                  3.281,29       0,22          7,13           2,13 
SDAX                   15.175,03       0,55         83,63           2,78 
FTSE                    6.792,93      -0,08         -5,55           5,23 
CAC                     5.659,61      -0,05         -2,82           1,95 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,49                     0,01          -0,73 
US-Zehnjahresrendite        1,15                     0,01          -1,53 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Di, 8:18 Uhr  Do, 17:27 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,2159     +0,05%        1,2162         1,2271   -0,5% 
EUR/JPY                   126,72     +0,05%        126,69         127,38   +0,5% 
EUR/CHF                   1,0826     +0,03%        1,0828         1,0852   +0,2% 
EUR/GBP                   0,8978     -0,20%        0,8973         0,9053   +0,5% 
USD/JPY                   104,22     +0,01%        104,17         103,82   +0,9% 
GBP/USD                   1,3546     +0,27%        1,3556         1,3555   -0,9% 
USD/CNH (Offshore)        6,4641     -0,20%        6,4578         6,4686   -0,6% 
Bitcoin 
BTC/USD                36.059,75     +4,69%     35.821,25      39.369,25  +24,1% 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  52,64      52,25         +0,7%           0,39   +8,5% 
Brent/ICE                  56,02      55,66         +0,6%           0,36   +8,3% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.858,06   1.842,50         +0,8%         +15,56   -2,1% 
Silber (Spot)              25,37      24,93         +1,8%          +0,44   -3,9% 
Platin (Spot)           1.060,68   1.037,75         +2,2%         +22,93   -0,9% 
Kupfer-Future               3,58       3,56         +0,3%          +0,01   +1,8% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 12, 2021 03:32 ET (08:32 GMT)

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Quelle:Dow Jones  12.01.2021 09:32


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