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DJ MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - US-Diskussion bremst Zinsfantasie



Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem freundlichen Start kommen die Kurse an den europäischen Aktienmärkten bis zum Dienstagmittag wieder zurück. Bei uneinheitlicher Tendenz der Einzeltitel liegen die Indizes nun wieder eng an den Schlussständen vom Montag: Der DAX legt um 2 Punkte zu auf 13.938 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 2 auf 3.619 Punkte nach. Zum zentralen Thema wird immer mehr der Anstieg der Renditen bei den US-Anleihen, der nun auch die Renditen in Europa etwas nach oben treibt. "Die Inflationsdiskussion in den USA vertreibt die Fantasie, dass die Zinsen in der Eurozone noch einmal herunterkommen könnten", sagt ein Händler.

In Deutschland steigt die Rendite der 10-jährigen Staatstitel um 2 Basispunkte auf minus 0,47 Prozent. In den USA liegt sie bereits bei plus 1,16 Prozent, vor einem Monat waren es noch 0,90 Prozent. Damit bieten Anleihen zumindest in den USA wieder eine Alternative zu Aktien. Für Aktien ist das ein Problem: Die sehr hohen Bewertungen wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis lassen sich laut Marktteilnehmern nur rechtfertigen durch die Zinsen bei nahezu Null.

Geradezu angefeuert wird der Zinsanstieg von Aussagen aus der US-Notenbank. So sagte Fed-Atlanta-Chef Raphael Bostic, die Fed könnte ihre Anleihekäufe schon dieses Jahr zurückfahren ("tapering"), falls sich die US-Wirtschaft schnell erhole. Derzeit kauft die Fed pro Monat für rund 120 Milliarden Dollar Anleihen.

Im besonderen Fokus ab Dienstagnachmittag stehen daher weitere Reden von Fed-Mitgliedern. Hier reden Fed-Gouverneurin Lael Brainard und Cleveland-Fed-Präsidentin Loretta Mester.

   Banken und Ölwerte fest - Versorger und Güter des täglichen Bedarfs schwach 

Gewinner der Entwicklung sind die Banken, die direkt von einer Versteilerung der Zinskurve profitieren. Denn am kurzen Ende bleibt das Geld ja unverändert billig. Der Banken-Index im europäischen Stoxx-Universum steigt um 1 Prozent, knapp dahinter folgt der Index der Ölwerte. Dagegen stehen die zinsreagiblen Versorger unter Druck, ihr Stoxx-Branchenindex fällt um 1 Prozent. Auch der ebenfalls zinsabhängige Index der Hersteller von Konsumgütern des täglichen Bedarfs gibt deutlich nach.

Im DAX steigen Deutsche Bank um 1 Prozent, im MDAX legen Commerzbank um 1,5 Prozent zu. Daneben ziehen im DAX Heidelbergcement um 1,9 Prozent an und BASF um 0,7 Prozent. Auf der anderen Seite verlieren Beiersdorf 1,8 Prozent und VW 1,4 Prozent. RWE fallen um 1,6 Prozent, nachdem positive Aussagen von JP Morgan die Aktie zunächst noch gestützt hatte.

Shop Apotheke springen um 7 Prozent nach oben. Hier treiben Kurszielerhöhungen und positive Analystenkommentare nach den guten Wachstumszahlen vom Vortag.

Porsche geben trotz ordentlicher Absatzzahlen um 1,5 Prozent nach. Zahlen zum vierten Quartal hat Sika aus der Schweiz vorgelegt, die im erwarteten Rahmen liegen. Die Aktien verlieren 0,7 Prozent.

Playtech kommen in London um 4,6 Prozent voran - nach überzeugenden Ertragszahlen. Für die Jefferies-Analysten liegt das erwartete EBITDA mit mindestens 300 Millionen Euro rund 5 Prozent oberhalb des Konsens.

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Aktienindex              zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.619,10      -0,04         -1,52           1,87 
Stoxx-50                3.177,40      -0,17         -5,34           2,22 
DAX                    13.946,12       0,07          9,46           1,66 
MDAX                   31.181,98       0,26         79,78           1,25 
TecDAX                  3.276,20       0,06          2,04           1,97 
SDAX                   15.204,70       0,75        113,30           2,98 
FTSE                    6.756,59      -0,62        -41,89           5,23 
CAC                     5.661,81      -0,01         -0,62           1,99 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,48                     0,02          -0,72 
US-Zehnjahresrendite        1,16                     0,01          -1,52 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Di, 8:18 Uhr  Do, 17:27 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,2153     -0,00%        1,2162         1,2271   -0,5% 
EUR/JPY                   126,65     -0,00%        126,69         127,38   +0,4% 
EUR/CHF                   1,0811     -0,10%        1,0828         1,0852   +0,0% 
EUR/GBP                   0,8937     -0,65%        0,8973         0,9053   +0,1% 
USD/JPY                   104,20     -0,01%        104,17         103,82   +0,9% 
GBP/USD                   1,3599     +0,67%        1,3556         1,3555   -0,5% 
USD/CNH (Offshore)        6,4572     -0,31%        6,4578         6,4686   -0,7% 
Bitcoin 
BTC/USD                35.535,00     +3,17%     35.821,25      39.369,25  +22,3% 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  53,06      52,25         +1,6%           0,81   +9,4% 
Brent/ICE                  56,63      55,66         +1,7%           0,97   +9,5% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.861,66   1.842,50         +1,0%         +19,16   -1,9% 
Silber (Spot)              25,51      24,93         +2,3%          +0,58   -3,4% 
Platin (Spot)           1.068,38   1.037,75         +3,0%         +30,63   -0,2% 
Kupfer-Future               3,63       3,56         +1,9%          +0,07   +3,4% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 12, 2021 06:38 ET (11:38 GMT)

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Quelle:Dow Jones  12.01.2021 12:38


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