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DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen



Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

ERDÖL - Der Abschied vom Erdöl hat längst begonnen. Experten gehen davon aus, dass der Verbrauch des fossilen Energieträgers in den nächsten zwei Jahrzehnten deutlich sinken wird. Auch weil die Klimakrise keine andere Wahl lässt. Ein Teil der noch vorhandenen Reserven muss allein deshalb im Boden bleiben, weil ihr Verbrennen die Erde weiter überhitzen würde. Ein Report zeigt nun, welche Folgen der Niedergang des Ölzeitalters für viele Förderländer haben dürfte. Ihnen werden in den nächsten 20 Jahren insgesamt mehreren Billionen Dollar an Staatseinnahmen wegbrechen. Für mindestens 40 Ölnationen bedeutet das insgesamt knapp 50 Prozent weniger Einnahmen aus Öl- und Gasförderung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der britischen Klimaschutzorganisation Carbon Tracker, die der SZ vorliegt und diesen Donnerstag veröffentlicht wird. (SZ)

GASSPEICHER - Die großen Gasspeicher in Deutschland, in denen Gas aus Russland, den Niederlanden und Norwegen zwischengelagert wird, leeren sich in diesem Winter ungewöhnlich schnell. Aktuell sind die unterirdischen Lagerstätten nur noch zu knapp 41 Prozent gefüllt. Zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr waren es noch 82 Prozent. (Handelsblatt)

CLOUD - Es gibt kaum noch Unternehmen in Deutschland, die ohne die Dienste der US-Techkonzerne auskommen. Die Deutsche Bahn schaltet die eigenen Server weitgehend ab und setzt auf Amazon und Microsoft. Die Deutsche Bank verlagert ihre IT-Systeme in die Google-Cloud. Seit Beginn der Pandemie hat sich die Abhängigkeit noch verstärkt. Schließlich bieten die US-Giganten auch leistungsstarke Homeoffice-Lösungen. Für die Firmen könnte dieser massenhafte Datentransfer zum teuren Problem werden, denn die Aufsichtsbehörden bringen sich in Stellung. Datenschützer in Hamburg und Baden-Württemberg haben entsprechende Verfahren eingeleitet. Auslöser waren Beschwerden, dass die Daten in der Cloud nicht ausreichend geschützt seien. "Wir gehen dem nach und beteiligen uns auch an länderübergreifenden Prüfmaßnahmen", sagt Stefan Brink, Datenschutzbeauftragter von Baden-Württemberg. Die Zusammenarbeit mit US-Cloud-Diensten ist heikel, da die Geheimdienste der Vereinigten Staaten weitgehenden Zugriff auf die bei US-Unternehmen gespeicherten Daten haben. (Handelsblatt)

BANKEN - Der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS, Axel Weber, fordert eine rasche Bankenunion. Europäische Bankengruppen mit grenzüberschreitenden Aktivitäten sollten die Freiheit haben, "zu wählen, ob sie EU-weit unter dem neuen EU-Recht reguliert werden wollen, oder ob sie weiterhin dem bestehenden Flickenteppich national unterschiedlicher Regulierung unterliegen wollen", schreibt der frühere Bundesbankchef in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Ein solcher "regulatorischer Paukenschlag" hin zu einer europäischen Bankenunion sei nötig, damit europäische Banken im Wettbewerb mit den Konkurrenten aus den USA bestehen könnten. Weber schlägt vor, dass Banken, die dem neuen EU-Recht unterliegen, primär von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt werden sollen. (Handelsblatt)

BANKEN - Die Bundesregierung unternimmt einen neuen Anlauf zur Begrenzung überhöhter Versicherungsprovisionen. Es geht um hohe Provisionen für Restschuldpolicen, die Banken zusammen mit Verbraucherkrediten vertreiben. Sie dienen zur Absicherung des Kreditnehmers oder dessen Hinterbliebenen für den Fall des Todes, für Krankheit oder Arbeitslosigkeit. In einem inoffiziellen Gesetzentwurf der Regierung, der vergangene Woche bekannt geworden ist, ist von extrem hohen Provisionen die Rede. "Diesen Missstand gilt es zu beseitigen", heißt es weiter. Das Papier sieht eine Begrenzung in Höhe von 2,5 Prozent der Darlehenssumme vor. Damit kommt wieder Bewegung in ein Projekt, das bereits als abgeschrieben galt. (SZ)

LADESÄULEN - BMW-Chef Oliver Zipse, zugleich Präsident des europäischen Autoverbands ACEA, fordert im Namen der Branche ehrgeizige Ziele für den Ausbau von Strom- und Wasserstofftankstellen. Der Umweltdachverband Transport & Environment und die Europäische Verbraucherorganisation unterstützen die Forderung. Konkret fordern die Verbände eine Million öffentliche Ladepunkte in der EU bis 2024 und drei Millionen bis 2029. Notwendig sei zudem der Aufbau von 1000 Wasserstofftankstellen bis 2029. (Handelsblatt)

US-AUTOMOBILBRANCHE - Lange haben die US-Autohersteller gezögert. Doch mit der neuen US-Klimapolitik setzen auch GM, Ford und die Chrysler-Mutter Stellantis auf das Stromauto. (Handelsblatt)

AUTOMATISIERTES FAHREN - Ein Report der kalifornischen Verkehrsbehörde zeigt: Googles Roboterauto-Tochter Waymo und GMs Cruise übertreffen die Konkurrenz mit großem Abstand. Deutsche Autohersteller wie Mercedes und BMW spielen beim hochautomatisierten Fahren so gut wie keine Rolle. Selbst chinesische Start-ups, die erst seit einigen Jahren automatisierte Fahrsysteme entwickeln, geben eine bessere Figur ab. (Handelsblatt)

CHINA - Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise zu China verschärft, nachdem chinesische Behörden mindestens zwei deutsche Staatsbürger bei ihrer Einreise nach China in mehrwöchiger Krankenhausquarantäne festgehalten haben. Das haben Recherchen der Süddeutschen Zeitung ergeben. In den Krankenhäusern wurden die Deutschen weitreichenden Untersuchungen unterzogen. Es handelte sich um Personen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden hatten. Lediglich ein IgG-Antikörpertest war positiv ausgefallen, der jedoch auf einen Immunschutz hindeutet. Das Auswärtige Amt teilte mit, man habe mehrmals bei Chinas Regierung Protest eingelegt. Insbesondere medizinische Untersuchungen gegen den Willen der Betroffenen sowie nicht sinnvolle Tests sehe man kritisch. (SZ)

AFRIKA - "Ich will nicht, dass Amerika und China Afrika unter sich aufteilen", sagte Günter Nooke, Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin. Für ihn ist jeder Arbeitsplatz in Afrika eine Familie weniger, die migrieren muss. Die Produktion von grünem Wasserstoff in Kongo liege daher im europäischen Interesse. (FAZ)

AKTIENMARKT - In den vergangenen beiden Wochen haben Hedgefonds in Deutschland ihre Wetten auf fallende Aktienkurse deutlich reduziert. Das zeigt eine Handelsblatt-Auswertung der Daten im Bundesanzeiger. Demnach haben Hedgefonds bei 53 von 185 Short-Wetten ihre Position gesenkt - also bei fast jedem dritten Unternehmen. Marktbeobachter sehen einen Grund für die Entwicklung in den hohen Kursen am Markt. So reduzierten Hedgefonds ihre Positionen bei Corona-Gewinnern wie Hellofresh oder Shop Apotheke weiter. Aber auch das Drama um die Gamestop-Aktie spielt eine Rolle, in dessen Zuge Hedgefonds in Schieflage geraten waren. Weil die betroffenen Fonds ihre Short-Wetten bei Varta und Evotec radikal zurückfuhren, wurden die Kurse beider Aktien stark beeinflusst. (Handelsblatt)

DJG/pi/sha

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February 11, 2021 00:27 ET (05:27 GMT)

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Quelle:Dow Jones  11.02.2021 06:27


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