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DJ MÄRKTE EUROPA/DAX gerät wieder stärker unter Druck



FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Börsen geht es am Nachmittag wieder stärker nach unten. Der DAX verliert 1,4 Prozent auf 13.759 Punkte. Nachdem er die Verluste vom Vormittag zeitweise zur guten Hälfte aufgeholt hatte, geht es mit der Eröffnung in New York wieder deutlicher abwärts. Der Euro-Stoxx-50 fällt um 1 Prozent auf 3.664 Punkte.

Trotz des zeitweise starken Drucks kann der DAX seinen Aufwärtstrend verteidigen. Er verläuft bei etwa 13.500 Punkten. Solange er darüber bleibt, handelt es sich bei den Rücksetzern aus technischer Sicht lediglich um Ausweitungen der laufenden Konsolidierung, aber nicht um eine Trendumkehr.

Im Handel wird als Belastungsfaktor wie bereits an den vergangenen Tagen auf die Entwicklung der Renditen verwiesen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries zieht am Dienstag wieder leicht an, allerdings tut sie das praktisch auf dem Jahreshoch. Mit 1,38 Prozent liegt sie nur noch minimal unter dem Hoch von 1,39 Prozent. Im Handel wird bereits das Niveau von 1,50 Prozent ins Spiel gebracht.

Steigende Renditen gelten als negativ für Aktien, weil sie relativ betrachtet an Attraktivität verlieren gegenüber den zudem weniger riskanten Anleihen. Daneben verteuern steigende Zinsen die Kredite der Unternehmen und können im größeren Rahmen die Stabilität der überschuldeten Staatshaushalte gefährden. Das könnte wiederum die Notenbanken auf den Plan rufen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte am Vortag erklärt, dass man die Entwicklung der Renditen am langen Ende genau verfolge.

   Banken und Ölwerte entziehen sich der Schwäche 

Der allgemeinen Schwäche entziehen können sich unter den Subindizes die Branchenindizes der Banken und der Versicherer. Ihre Stoxx-Indizes ziehen sogar leicht an. Die Banken profitieren von höheren Zinsen am langen Ende, besonders wenn die Zinsen am kurzen Ende niedrig bleiben. Ähnliches gilt für die Versicherer.

Im Einzelnen steigen BBVA um 2,3 Prozent, Santander um 1,4 Prozent und Unicredit um 2,7 Prozent. Allerdings geben HSBC nach schwachen Geschäftszahlen um 1,2 Prozent nach. Bei den Öl-Aktien ziehen Total noch 1,5 Prozent an, der Stoxx-Branchenindex der Öl- und Gaswerte ist allerdings nun ins Minus gerutscht. Die Marktanalysten der Commerzbank halten die Rohstoff-Rally für überdehnt und rechnen mit baldigen Rücksetzern. Der Stoxx-Index der Rohstoffwerte gibt nun um 1,5 Prozent nach.

   Technologie-Titel am Ende 

Am Ende der Skala rangieren die Technologietitel mit einem Minus ihres Stoxx-Branchenindex von 2,8 Prozent. Das Minus bei den Technologie-Aktien wird mit der sehr negativen Vorlage aus den USA begründet. Der technologielastige Nasdaq-Index sackte am Montag um 2,5 Prozent ab, nachdem der jüngste Anstieg der Renditen vor dem Hintergrund steigender Inflationserwartungen die hohen Bewertungen vieler Technologieaktien in den Blickpunkt gerückt hat.

Erneut stark unter Druck stehen Aktien von Unternehmen, die in der Corona-Pandemie besonders profitiert hatten. Delivery Hero verlieren 4,1, Just Eat Takeaway 3,1, Hellofresh 7,4, Zalando 3,9 oder Zooplus 6,8 Prozent.

   Lufthansa & Co im Steilflug 

Kräftige Kursgewinne verzeichnen dagegen erneut Aktien von Fluglinien, nachdem die Branchenwerte bereits am Montag in den USA stark gelaufen waren. Lufthansa steigen um 3,3, Air France um 4,2 und Easyjet um 6,8 Prozent. Auch für Reiseanbieter wie Tui (plus 1,2 Prozent) oder On the Beach (plus 10,7 Prozent) geht es erneut stark ach oben. Auslöser der Rally war laut Marktteilnehmern am Vorabend eine sektorweite "Buy"-Empfehlung durch die Deutsche Bank.

Analyst Michael Linenberg habe auf die Abschwächung der Coronakrise verwiesen, alle Parameter wie Impfungen, Ansteckungsraten etc wiesen in die richtige Richtung.

   Geschäftszahlen bewegen eher wenig - Ausnahme Rational 

Im Fokus steht bei den Einzelaktien weiter die Berichtssaison. Covestro hat nach einer Aufholjagd im Schlussquartal die in der Corona-Krise verlorenen Gewinne teilweise wettgemacht. Der Werkstoffhersteller verdiente operativ 1,472 Milliarden Euro - 8,2 Prozent weniger als 2019. Damit wurden die Analystenerwartungen und die eigene Prognose erfüllt. Für 2021 peilt das Unternehmen Ergebniszahlen über dem Vor-Pandemie-Niveau an. Trotzdem gibt der Kurs um 0,8 Prozent nach.

Fresenius und FMC liegen wenig verändert im Markt. Der Gesundheitskonzern Fresenius und seine Dialyse-Tochter wollen ihren Aktionären ungeachtet der eingetrübten Aussichten für das laufende Jahr eine höhere Dividende für das vergangene Jahr zahlen.

Heidelbergcement (minus 1,7 Prozent) hat 2020 bei deutlich rückläufigem Umsatz operativ mehr verdient als im Jahr vor der Corona-Krise. Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag ist die Bauwirtschaft bisher zwar gut durch die Krise gekommen, doch trübt sich die Stimmung nun auch auf dem Bau ein. Ein Drittel der Unternehmen rechnet demnach in den kommenden zwölf Monaten mit Geschäftsrückgängen, nur 9 Prozent erwarten Zuwächse.

Für Rational geht es um fast 11 Prozent abwärts. Der Großküchenausrüster erwartet im laufenden Jahr bei Absatz und Umsatz nur ein leichtes Wachstum.

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Aktienindex                 zuletzt  +/- %  absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50              3.663,51  -0,98   -36,34       3,12 
Stoxx-50                   3.160,02  -1,06   -33,95       1,66 
DAX                       13.758,64  -1,37  -191,40       0,29 
MDAX                      31.313,35  -2,22  -710,73       1,68 
TecDAX                     3.336,43  -3,54  -122,44       3,85 
SDAX                      14.892,44  -2,80  -429,55       0,86 
FTSE                       6.575,71  -0,55   -36,53       2,35 
CAC                        5.750,27  -0,30   -17,17       3,58 
 
Rentenmarkt                 zuletzt         absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite         -0,30            0,04      -0,54 
US-Zehnjahresrendite           1,36            0,00      -1,32 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %   Di, 8:39  Mo, 17:25   % YTD 
EUR/USD                1,2141     -0,16%     1,2174     1,2147   -0,6% 
EUR/JPY                127,78     +0,02%     127,98     127,64   +1,3% 
EUR/CHF                1,0940     +0,40%     1,0903     1,0887   +1,2% 
EUR/GBP                0,8631     -0,13%     0,8645     0,8642   -3,4% 
USD/JPY                105,25     +0,18%     105,13     105,08   +1,9% 
GBP/USD                1,4066     -0,03%     1,4081     1,4055   +2,9% 
USD/CNH (Offshore)     6,4733     +0,14%     6,4613     6,4705   -0,5% 
Bitcoin 
BTC/USD             46.757,53    -13,71%  49.979,00  53.682,72  +61,0% 
 
ROHOEL                zuletzt  VT-Settl.      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               61,26      61,70      -0,7%      -0,44  +25,8% 
Brent/ICE               64,64      65,24      -0,9%      -0,60  +25,0% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.801,35   1.809,74      -0,5%      -8,39   -5,1% 
Silber (Spot)           27,51      28,18      -2,4%      -0,67   +4,2% 
Platin (Spot)        1.232,63   1.275,98      -3,4%     -43,35  +15,2% 
Kupfer-Future            4,10       4,14      -1,0%      -0,04  +16,5% 
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February 23, 2021 09:58 ET (14:58 GMT)

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Quelle:Dow Jones  23.02.2021 15:58


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