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DJ MÄRKTE EUROPA/Gewinnmitnahmen trotz lockerer US-Notenbank



FRANKFURT (Dow Jones)--Gewinnmitnahmen haben am Donnerstag das Geschäft an Europas Börsen geprägt. "Die Fed bleibt locker und die erwarteten US-Infrastrukturprogramme stützen die Konjunkturerwartungen", so ein Händler. Allerdings bremste der Euro den exportorientierten DAX: Er legte nach der Fed-Sitzung weiter zu und stand zu Börsenschluss bei 1,2112 Dollar. Der DAX, belastet durch schwach Autotitel, verlor 0,9 Prozent auf 15.154 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,5 Prozent auf 3.997 Zähler nach unten.

Laut US-Notenbankchef Jerome Powell ist es für eine Diskussion um einen Ausstieg aus den Anleihenkäufen noch zu früh. Außerdem will die Fed den Markt auf eine solche vorbereiten. Zugleich hat die Fed die starke Konjunktur betont, aber auch die Risiken aufgrund der Pandemie. "Eine Straffung der US-Geldpolitik wird kommen, aber bis dahin wird die Konjunktur so stark sein, dass Wirtschaft und Börse damit umgehen können", erwartet ein Marktteilnehmer.

   US-Wirtschaft mit hoher Dynamik 

Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal um annualisiert 6,4 Prozent gewachsen. Damit wurde zwar die Prognose von 6,5 Prozent minimal verfehlt, aber damit hat die US-Wirtschaft laut Commerzbank die Pandemie-Delle fast ausgebügelt. Die Zahlen untertrieben sogar die unterliegende Dynamik, denn ein erheblicher Teil der kräftigen Nachfrage seitens der amerikanischen Verbraucher und Unternehmen musste aus dem Ausland sowie von Lagern gedeckt werden. Bereits im aktuellen Quartal dürfte das US-BIP das Vorkrisenniveau wieder erreichen, hieß es.

Für den Autosektor ging es um 2,6 Prozent nach unten. VW verloren 3 Prozent, Daimler 2 Prozent, BMW 2,4 Prozent und Conti 4,4 Prozent. Grund waren neben der Euro-Stärke Aussagen von Ford: Der US-Konkurrent hatte zwar die Analystenerwartungen deutlich geschlagen. Die Chip-Knappheit werde den Gewinn nun aber stark belasten, der bereinigte Vorsteuergewinn in diesem Jahr werde um 2,5 Milliarden Dollar gedrückt, warnte Ford.

Aber auch sonst wurden gute Unternehmenszahlen in vielen Fällen zu Gewinnmitnahmen genutzt: BASF fielen um 0,5 Prozent, obwohl der Konzern die Erwartungen an das erste Quartal geschlagen und den Ausblick erhöht hatte. Aixtron brachen gleich um 9,7 Prozent ein - und das trotz ordentlicher Geschäftszahlen. Die DZ Bank sprach von glänzenden Aussichten für den Anlagebauer. Auch Clariant (-4,2%) verloren trotz besserer Geschäftszahlen: "Derzeit prägt das Motto 'Sell on good News' den Markt", sagte ein Händler.

Die Zahlen des spanischen Energie-Unternehmens Repsol lösten keinen großen Kurssprung aus. Hier ging es um 1,1 Prozent nach unten, während Shell in den Niederlanden 1,1 Prozent verloren. Bei Repsol seien die Daten im erwarteten Rahmen geblieben. Die Analysten von Equita unterstrichen, dass der bessere Nettogewinn im ersten Quartal überwiegend auf Kostensenkungen im Konzern zurückgehe. Für Total ging es nach Zahlenvorlage um 1,3 Prozent nach unten, OMV schlossen praktisch unverändert.

   Klöckner mit bestem Quartal seit zwölf Jahren 

Unilever gewannen nach Zahlenvorlage 3,3 Prozent. Das bereinigte Umsatzwachstum fiel über den Erwartungen aus. Der Konsumgüterkonzern kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Nach einer anfänglich negativen Kursreaktion schlossen STMicro nach besseren Geschäftszahlen 1,7 Prozent fester. Nach schwachen Zahlen büßten Lufthansa 3,2 Prozent ein. Das Geschäft der Fluggesellschaft läuft nach Ansicht der DZ Bank weiter im Krisenmodus. Die Kapazitätserwartung für das Gesamtjahr sei gesenkt worden und die Analysten wollen ihre geltenden Prognosen für die Fluggesellschaft überprüfen.

Im Stahlbereich fielen die Geschäftszahlen von Klöckner (plus 0,8%) stark aus. Das Unternehmen hat das beste Quartal seit zwölf Jahren hinter sich. Die Stahlnachfrage ziehe global wieder an, Preise und Lieferzeiten stiegen schnell. Analysten lobten derzeit Stahlaktien und die Zahlen wie eben von Klöckner rechtfertigten diesen Optimismus, hieß es. "Dazu kommt die anhaltende Spekulation um den Börsengang von Xom", so ein Händler mit Blick auf deren Metallhandelsplattform.

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Index                  Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                          stand      absolut         in %          seit 
                                                           Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50          3.996,90       -18,13        -0,5%        +12,5% 
Stoxx-50               3.387,04        -7,44        -0,2%         +9,0% 
Stoxx-600                438,77        -1,15        -0,3%        +10,0% 
XETRA-DAX             15.154,20      -137,98        -0,9%        +10,5% 
FTSE-100 London        6.961,82        -1,85        -0,0%         +7,8% 
CAC-40 Paris           6.302,57        -4,41        -0,1%        +13,5% 
AEX Amsterdam            710,47        -1,37        -0,2%        +13,8% 
ATHEX-20 Athen         2.212,69        +3,95        +0,2%        +14,4% 
BEL-20 Brüssel         4.038,66        -5,41        -0,1%        +11,5% 
BUX Budapest          43.665,42      +115,99        +0,3%         +3,7% 
OMXH-25 Helsinki       5.131,18        +3,91        +0,1%        +11,9% 
ISE NAT. 30 Istanbul   1.465,63       +15,91        +1,1%        -10,4% 
OMXC-20 Kopenhagen     1.542,63       -12,39        -0,8%         +5,3% 
PSI 20 Lissabon        5.017,75       +65,54        +1,3%         +3,8% 
IBEX-35 Madrid         8.823,20       +23,60        +0,3%         +9,3% 
FTSE-MIB Mailand      24.278,20      -181,37        -0,7%        +10,0% 
RTS Moskau             1.510,72        +1,66        +0,1%         +8,9% 
OBX Oslo                 962,85        -2,42        -0,3%        +12,1% 
PX  Prag               1.103,89        +0,18        +0,0%         +7,5% 
OMXS-30 Stockholm      2.232,84        -6,41        -0,3%        +19,1% 
WIG-20 Warschau        2.050,69       +21,05        +1,0%         +3,4% 
ATX Wien               3.262,74       +14,79        +0,5%        +17,2% 
SMI Zürich            11.079,51       -23,95        -0,2%         +3,5% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,19                     0,04          -0,43 
US-Zehnjahresrendite        1,65                     0,04          -1,03 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Do, 8:15 Uhr  Mi, 17:34 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,2111     -0,11%        1,2133         1,2099   -0,8% 
EUR/JPY                   131,83     +0,11%        131,84         131,62   +4,6% 
EUR/CHF                   1,1019     -0,09%        1,1038         1,1037   +1,9% 
EUR/GBP                   0,8683     -0,19%        0,8692         0,8694   -2,8% 
USD/JPY                   108,85     +0,23%        108,69         108,79   +5,4% 
GBP/USD                   1,3948     +0,06%        1,3955         1,3919   +2,1% 
USD/CNH (Offshore)        6,4676     -0,14%        6,4678         6,4748   -0,5% 
Bitcoin 
BTC/USD                53.606,26     -2,30%     54.293,76      54.443,50  +84,5% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  64,38      63,86         +0,8%           0,52  +32,4% 
Brent/ICE                  68,21      67,27         +1,4%           0,94  +32,2% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.767,59   1.780,90         -0,7%         -13,31   -6,9% 
Silber (Spot)              25,92      26,18         -1,0%          -0,26   -1,8% 
Platin (Spot)           1.195,65   1.221,50         -2,1%         -25,85  +11,7% 
Kupfer-Future               4,49       4,50         -0,2%          -0,01  +27,4% 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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April 29, 2021 12:18 ET (16:18 GMT)

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Quelle:Dow Jones  29.04.2021 18:18


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