Nachrichten

DJ WOCHENENDÜBERBLICK/14. und 15. März 2020



(aktualisierte Wiederholung vom Vorabend)

Corona-Pandemie trifft Europa mit voller Wucht

Die Coronavirus-Pandemie trifft Europa mit voller Wucht: Das öffentliche Leben kam am Wochenende in immer mehr Ländern zum Erliegen. Nach Spanien ordnete auch Österreich "Ausgangssperren" für das ganze Land an. Frankreich kündigte die schrittweise Reduzierung des Langstreckenverkehrs mit Zügen, Autos und Flugzeugen an. Die Einschränkungen werden teils rigide durchgesetzt, in Österreich drohen hohe Geldstrafen bei Missachtung. Die Regierung in Madrid ging am weitesten: Sie erklärte am Samstag einen 14-tägigen Notstand und stellte das Land fast vollständig unter Quarantäne. Bürger dürfen das Haus nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen oder um lebensnotwendige Besorgungen zu machen, wie Regierungschef Pedro Sánchez, dessen Frau Begoña Gómez positiv auf das Virus getestet wurde, bekanntgab.

Seehofer bestätigt Grenzschließungen zu Nachbarländern

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Rückkehr zu Grenzkontrollen wegen der Corona-Krise bestätigt. Es sollten vorübergehend wieder Grenzkontrollen an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Dänemark und Frankreich eingeführt werden, sagte Seehofer am Sonntagabend in Berlin. Die Kontrollen greifen demnach ab Montagmorgen um 08.00 Uhr. Es gehe dabei darum, die Infektionsketten zu durchbrechen. Die Dauer der Maßnahmen sei noch nicht absehbar

Ausgangsbeschränkungen in ganz Österreich wegen Coronavirus angeordnet

Die Regierung in Österreich hat für das ganze Land "Ausgangsbeschränkungen" angeordnet. Bundeskanzler Sebastian Kurz wurde von der Nachrichtenagentur APA am Sonntag mit den Worten zitiert, es gebe fürs erste nur drei Gründe, das Haus zu verlassen: nicht aufschiebbare Arbeit im Beruf, dringende Besorgungen wie Einkauf von Lebensmitteln sowie die Notwendigkeit, anderen Menschen zu helfen.

Frankreich schränkt Bahn-, Flug- und Autoverkehr auf Langstrecken ein

Frankreich will den Langstreckenverkehr mit Zügen, Autos und Flugzeugen einschränken, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen. Der Langstreckenverkehr werde in den kommenden Tagen "schrittweise verringert", sagte Umweltministerin Elisabeth Borne am Sonntag vor Journalisten. Ziel sei es, den Langstreckenverkehr auf das "Allernötigste" zu reduzieren, einen sofortigen Stopp solle es nicht geben, damit "jeder nach Hause zurückkehren" könne.

Heil appelliert an Arbeitgeber von Eltern: Lösungen ohne Lohneinbußen finden

Vor den bundesweiten Schul- und Kitaschließungen ab Montag hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) pragmatische Lösungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit Kindern angemahnt. Er appelliere "dringend" an die Arbeitgeber, gemeinsam mit ihren Beschäftigten unbürokratische Lösungen zu finden, die nicht zu Lohneinbußen führten, erklärte Heil am Sonntag. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) warnte vor Falschnachrichten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte, soziale Kontakte sollten "weitestgehend" eingestellt werden

US-Präsident Trump nicht mit neuartigem Coronavirus infiziert

Nach Kontakt zu mehreren Infizierten ist US-Präsident Donald Trump nach Angaben seines Arztes negativ auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Trumps Arzt Sean Conley gab das negative Testergebnis am Samstagabend in Washington bekannt. Der Präsident selbst kündigte an, im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus die Einreiseverbote für Europäer nun auch auf Briten und Iren auszuweiten. Seine Regierung erwägt mittlerweile sogar Reisebeschränkungen innerhalb der USA.

Deutschland wehrt sich gegen US-Zugriff auf Coronaimpfstoff-Firma

Zwischen den USA und Deutschland gibt es einem Medienbericht zufolge eine Auseinandersetzung um eine Firma, die an einem Impstoff gegen das Coronavirus arbeitet. Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, versucht US-Präsident Donald Trump offenbar, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen in die USA zu locken beziehungsweise das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern. Ein US-Regierungsvertreter sagte AFP, der Bericht sei "extrem übertrieben". Die dievini Hopp BioTech Holding, Hauptinvestor von CureVac, betonte, ein Exklusivvertrag etwa mit den USA komme nicht in Frage.

Prognosen: Historisch niedrige Beteiligung bei Kommunalwahlen in Frankreich

Bei den Kommunalwahlen in Frankreich inmitten der Coronavirus-Krise hat es eine historisch niedrige Beteiligung gegeben: Nach Prognosen nach Schließung der Wahllokale am Sonntag gingen nur rund 44 bis 46 Prozent der Wähler zu den Urnen - so wenige wie noch nie in einer ersten Runde seit Ende der 1950er Jahre. Bei der letzten Kommunalwahl vor sechs Jahren hatte die Beteiligung noch rund 20 Prozent höher gelegen. Aus der Opposition wurden Rufe nach einem Aufschub der Stichwahl laut, die für den kommenden Sonntag geplant ist.

China meldet nur elf neue Coronavirus-Fälle

Die chinesischen Behörden haben am Samstag lediglich elf neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Die Mehrzahl der neuen Fälle sei aus dem Ausland eingeschleppt, teilte die nationale Gesundheitskommission in Peking am Samstag mit. Demnach gab es vier neue Fälle in der Stadt Wuhan, von der das Virus im Dezember seinen Ausgang genommen hatte.

AMS erhöht Osram-Beteiligung auf über 63 Prozent

Der Sensorhersteller AMS hat die Beteiligung an Osram erhöht. Wie AMS mitteilte, wurde die direkte Beteiligung von gut 20 Prozent auf nun 23,4 Prozent aufgestockt. "Diese Beteiligung spiegelt eine angestrebte maximale direkte Beteiligung aus regulatorischen Gründen wider", so der Konzern aus Premstätten bei Graz. Damit steigt die gesamte Beteiligung an dem Lichtkonzern auf gut 63 Prozent.

BMW bekräftigt: Kosteneinsparprogramm ohne Personalabbau

BMW will trotz des gestarteten Kosteneinsparprogramms von 12 Milliarden Euro im laufenden Jahr keine Stellen abbauen. "Wir wollen auch im Jahr 2020 beim Personalbestand auf Vorjahresniveau bleiben", sagte Personalvorständin Ilka Horstmeier der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Um Stellen für Zukunftstechnologien zu besetzen, baue BMW kontinuierlich um. "Wir nutzen natürliche Fluktuation, um uns mit neuen Kompetenzen zu verstärken, und bleiben so zukunftsfähig."

KLM streicht wegen Coronavirus-Krise bis zu 2000 Stellen

Die niederländische Fluggesellschaft KLM streicht wegen der Coronavirus-Krise bis zu 2000 Stellen. KLM-Chef Pieter Elbers kündigte am Freitag zudem Kurzarbeit für die rund 33.000 Angestellten und andere Sparmaßnahmen an, um die finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzumildern.

KLM, die seit 2004 zusammen mit Air France den französisch-niederländischen Luftfahrtkonzern Air France-KLM bildet, hatte bereits am Dienstag angekündigt, wegen der Coronavirus-Pandemie tausende Flüge zu streichen. Allein im März sollen 3600 Verbindungen wegfallen. Besonders betroffen sind Flüge nach China und Italien.

Apple-Konzern schließt weltweit Filialen wegen Coronavirus

Der US-Technologiekonzern Apple schließt angesichts der Coronavirus-Pandemie außerhalb Chinas bis Ende März weltweit seine Filialen. Das Unternehmen habe aus seinem Vorgehen in China gelernt, wo die Geschäfte nach wochenlanger Schließung nun wieder geöffnet seien, teilte Apple-Chef Tim Cook am Freitag mit. Die "effektivste" Art und Weise, das Risiko der Virusübertragung zu minimieren, bestehe darin, "die soziale Distanz zu vergrößern", erklärte Cook.

Saudi Aramco mit Gewinneinbruch wegen niedriger Ölpreise

Belastet von geringeren Ölpreisen und Förderkürzungen hat Saudi Aramco vergangenes Jahr einen Gewinneinbruch verzeichnet. Das Nettoergebnis sankt um rund 21 Prozent auf 330,69 Milliarden Rial oder umgerechnet 79,1 Milliarden Euro, wie der staatliche Ölkonzern mitteilte. Mit Blick auf das derzeit unsichere Umfeld gab Saudi Aramco im ersten Geschäftsbericht seit dem Börsengang im Dezember einen zurückhaltenden Ausblick.

Panetta: EZB kann zusätzliche Ankäufe auf einzelne Länder konzentrieren

Die Europäische Zentralbank (EZB) kann die am Donnerstag beschlossenen zusätzlichen Anleihekäufe nach Aussage von EZB-Direktor Fabio Panetta auf bestimmte Länder oder auch Wertpapiergattungen konzentrieren. Panetta sagte dem Corriere della Sera in einem Sonntag veröffentlichten Interview: "Das in dieser Woche verabschiedete Paket ermöglicht ein flexibles Eingreifen sowohl beim Tempo als auch bei der Zusammensetzung unserer Anleihenkäufe. Es bedeutet, dass wir uns auf Wertpapiere und Länder konzentrieren können, die von Spannungen betroffen sind".

Neuseelands Zentralbank senkt Leitzins um 75 Basispunkte

Neuseelands Zentralbank hat ihren Leitzins um 75 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. Wie die Reserve Bank of Newzealand (RBNZ) am Montag (Ortszeit) mitteilte, soll der Leitzins für mindestens zwölf Monate auf diesem Niveau bleiben. "Die negativen Auswirkungen (des Coronavirus) für die neuseeländische Wirtschaft sind signifikant und werden das weiterhin sein", heißt es in der auf der Website veröffentlichten Erklärung.

Microsoft-Gründer Bill Gates verlässt Verwaltungsrat von Softwarekonzern

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Quelle:Dow Jones  16.03.2020 06:20


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