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DJ Salzgitter will in Wilhelmshaven "grünen" Eisenschwamm erzeugen



FRANKFURT (Dow Jones)--Die Salzgitter AG will in Wilhelmshaven ihre Vision vom "grünen" Stahl Wirklichkeit werden lassen. Auf dem Gelände des heutigen Uniper-Steinkohlekraftwerks soll eine Anlage zur Eisenerz-Direktreduktion mit vorgeschalteter Wasserstoff-Elektrolyse entstehen. Dazu vereinbarten Salzgitter, Uniper und der Logistiker Rhenus mit dem Land Niedersachsen und der Stadt Wilhelmshaven zunächst die Erstellung einer Machbarkeitsstudie.

Neben der Anlage selbst geht es dabei um die erforderliche Infrastruktur für ihre Versorgung mit Rohstoffen, Erdgas und Wasserstoff. Bei erfolgreichem Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die bis spätestens Ende März 2021 vorliegen soll, soll die Anlage anschließend direkt am Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven gebaut werden. Uniper wird sein Steinkohlekraftwerk auch aus klimapolitischen Erwägungen bis spätestens Ende 2022 stillegen.

Perspektivisch sollen laut Salzgitter jährlich 2 Millionen Tonnen direktreduziertes Eisen in Wilhelmshaven erzeugt werden, das per Bahntransport nach Salzgitter gebracht und dort im integrierten Hüttenwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH zu hochwertigen, umweltfreundlichen Flachstahlprodukten weiterverarbeitet wird.

Um den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 bei der Stahlproduktion zu senken, setzt die Salzgitter AG auf die Direktreduktion. Bei diesem Verfahren werden Erdgas und Wasserstoff eingesetzt, um in einer Reaktion bei 950 Grad Celsius aus Eisenerz umweltfreundlichen Eisenschwamm zu erzeugen. Gegenüber herkömmlichen Hochöfen, die mit Kokskohle betrieben werden, sind nach früheren Salzgitter-Angaben CO2-Einsparungen von bis zu 85 Prozent möglich.

Salzgitter-Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann sprach von einem "konkreten Schritt unseres Transformationsprozesses hin zu einer CO2-armen, wasserstoffbasierten Stahlherstellung auf der Grundlage unseres vielbeachteten Technologiekonzeptes Salcos".

Uniper-Vorstandschef Andreas Schierenbeck hob die logistischen Vorteile des Standortes hervor: "Dazu gehören zum Beispiel die Anlandung, die Umwandlung und der Transport von Energie. Unser Standort liegt direkt an der Küste nahe dem Jade-Weser-Port und ist perfekt an die Wasser-, Schienen- und Straßenwege angebunden. Es ist offensichtlich, dass wir uns den Standort auch unter dem Aspekt Wasserstoff ansehen."

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/mgo

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June 24, 2020 10:30 ET (14:30 GMT)

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Quelle:Dow Jones  24.06.2020 16:30


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