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DJ Thyssenkrupp-Aufzugssparte geht in neue Hände über



FRANKFURT (Dow Jones)--Thyssenkrupp ist nicht mehr im Besitz seiner bislang profitabelsten Sparte. Der im Februar vereinbarte Verkauf des Aufzugsgeschäfts für 17,2 Milliarden Euro an ein Konsortium der Finanzinvestoren Advent, Cinven und der RAG-Stiftung wurde jetzt vollzogen, wie alle Beteiligten am Freitag mitteilten.

Die Überweisung des Kaufpreises hat einen positiven Effekt auf das Eigenkapital des angeschlagenen Stahl- und Industriekonzerns in Höhe von 15,4 Milliarden Euro, wie eine Sprecherin auf Nachfrage erklärte. Aus der bisherigen Nettoverschuldung werde nun ein Nettoguthaben. Die Höhe blieb offen. Per Ende März hatte sich die Nettofinanzverschuldung bis auf 7,5 Milliarden Euro erhöht, im Zuge des Lockdowns dürfte sie aber noch weiter gestiegen sein.

Für einen Teil des Kaufpreises - 1,25 Milliarden Euro - erwarb Thyssenkrupp wie geplant eine signifikante Rückbeteiligung am Aufzugsgeschäft. Wie hoch diese ausfällt, lässt sich derzeit noch nicht exakt beziffern - es könnten nach früheren Angaben etwa 15 Prozent sein. Offen ist, ob sie wie anfangs geplant zur Finanzierung der Pensionslasten genutzt wird. Dies sei eine Möglichkeit, sagte die Sprecherin.

Angesichts der coronabedingt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage will sich der Konzern bei der Mittelverwendung "unverändert größtmögliche Flexibilität bewahren", wie es in der Mitteilung heißt. Grundsätzlich ist geplant, das Geld für notwendige Restrukturierungsmaßnahmen einzusetzen und gezielt in gewinnversprechende Zukunftsgeschäfte zu investieren.

Mit der Zahlung des Kaufpreises endet eine KfW-Kreditlinie über 1 Milliarde Euro, die sich der Essener Konzern gesichert hatte, aber nicht in Anspruch nehmen musste. Mit dem coronabedingten konjunkturellen Einbruch hat sich die schlechte wirtschaftliche Situation bei Thyssenkrupp noch einmal verschärft. Konzernchefin Martina Merz verhandelt nach Medienberichten mit mehreren Stahlherstellern über eine Zusammenlegung der Geschäfte.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/mgo

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July 31, 2020 07:35 ET (11:35 GMT)

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Quelle:Dow Jones  31.07.2020 13:35


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