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DJ XETRA-SCHLUSS/Schwach - VW auf der Überholspur



Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Schwache Vorlagen der US-Börsen haben am Dienstag auch am deutschen Aktienmarkt auf die Stimmung gedrückt. Der DAX fiel um 1 Prozent auf 12.968 Punkte. Im Verlauf war es noch tiefer gegangen, vor allem aus Angst vor einer weiteren Talfahrt der US-Technologiewerte, aber auch wegen der näher rückenden Risiken durch den Brexit und die US-Wahl. Dann konnten sich die Auto-Aktien nach oben absetzen. VW-Vorzüge stiegen um weitere 0,9 Prozent auf 151,16 Euro, nachdem sie am Montag bereits 4,7 Prozent gewonnen hatten.

Verursacht wurde die Rally der VW-Aktien laut Marktteilnehmern von Aussagen des VW-Betriebsratsschefs Bernd Osterloh. Dieser sieht gute Chancen, dass VW spätestens 2023 Tesla bei der Produktion von Elektro-Autos einholt oder gar überholt. "Die Marktkapitalisierung von Tesla liegt bei 400 Milliarden Dollar und ist höher als die aller anderen Autobauer zusammen, wenn man Toyota rausnimmt", so ein Händler. Bei VW seien die Vorzüge knapp 31 Milliarden Euro wert und die Stämme etwa 44 Milliarden Euro. Das ergebe einen Gesamtwert von etwa 75 Milliarden Euro oder 88 Milliarden Dollar.

"Sollte VW Tesla bei Elektro-Autos überholen, müssten die Vorzüge auf 600 Euro steigen", sagte ein weiterer Marktteilnehmer. "Es sei denn der Kurs von Tesla fällt", ergänzte er. Im Fahrwasser von VW stiegen BMW ebenfalls um 0,9 Prozent und Daimler um 1,1 Prozent. BASF schlossen ebenfalls fest mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent.

Auf der Verliererseite fielen Infineon um 1,9 Prozent und SAP um 2,5 Prozent. In der zweiten Reihe des deutschen Markts gab der TecDAX um 1,6 Prozent nach.

   Spekulationen um noch mehr Lufthansa-Sparmaßnahmen drücken Airbus und MTU 

Keine guten Nachrichten vor allem für Airbus und MTU sahen Händler hinter Berichten über einen noch stärkeren Sparkurs der Lufthansa. Diese fielen um 1,7 Prozent, Airbus verloren 4 Prozent und MTU 1,8 Prozent. "Wer Flugzeuge stilllegt, kauft keine neuen", kommentierte ein Händler einen Bericht des "Handelsblatt". Mit Berufung auf Kreise hieß es dort, die Flotte der Lufthansa könnte um noch mehr als 100 Flugzeuge schrumpfen.

In der dritten Reihe verloren Instone 5,6 Prozent auf 20,05 Euro. Am Mittwoch endet der Bezugsrechtshandel. Wegen des ungeraden Bezugsverhältnisses war schon bei der Ankündigung der Kapitalerhöhung mit Druck auf den Kurs zum Ende des Bezugsrechtshandels gerechnet worden. Statt eines geraden Verhältnisses von beispielsweise 4 zu 1 hatte Instone 15 zu 4 gewählt. Daraus errechnen sich dann automatisch Überhänge: Wer 100 Aktien hat, wird möglicherweise 24 beziehen und 10 Rechte verkaufen. Bei 4 zu 1 hätte er bei 100 Aktien vermutlich 25 neue bezogen und dann keinen Überhang mehr besessen. Die neuen Aktien kosten 18,20 Euro je Stück.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 72,3 (Vortag: 54,8) Millionen Aktien im Wert von rund 3,41 (Vortag: 2,48) Milliarden Euro. Es gab sieben Kursgewinner, 22 -verlierer und eine unveränderte Aktie.

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INDEX          zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX          12.968,33  -1,01%     -2,12% 
DAX-Future   12.957,00  -0,98%     -0,86% 
XDAX         12.959,01  -1,29%     -1,34% 
MDAX         27.210,34  -1,29%     -3,89% 
TecDAX        3.024,02  -1,64%     +0,30% 
SDAX         12.353,38  -0,62%     -1,27% 
zuletzt      +/- Ticks 
Bund-Future     174,21      56 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 08, 2020 11:53 ET (15:53 GMT)

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Quelle:Dow Jones  08.09.2020 17:53


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