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DJ MÄRKTE EUROPA/Typischer Konsolidierungstag nach dem Rallyschub



FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten setzt sich am Dienstagmittag keine einheitliche Tendenz durch. Während der DAX mit 13.094 Punkten auf der Stelle tritt, zieht der Euro-Stoxx-50 um 0,7 Prozent auf 3.432 Punkte an. Mit Blick auf die Indizes sprechen Händler von einem typischen Konsolidierungstag nach dem Rallyschub vom Wochenauftakt. Einen Tag nach der fulminanten Kombination aus Biden-Sieg in den USA und wahrscheinlichem Corona-Impfstoff hatten Händler zwar größere Minuszeichen erwartet. Jedoch sei der Anlagedruck zu groß, professionelle Anleger hätten lange an der Seitenlinie gestanden und nun endlich den Startschuss zum Markteinstieg erhalten.

Analysten wie von jene der Commerzbank bezeichnen die Nachrichtenlage bereits "wie Weihnachten und Ostern zusammen". Insofern seien große Gewinnmitnahmen nicht zu erwarten, heißt es im Handel. Stattdessen gehen die Umschichtungen von den bisherigen Corona-Gewinnern in die Profiteure eines Pandemie-Endes weiter. In Ungnade fallen die alten Stay-at-Home-Aktien wie Lieferdienste: Delivery Hero im DAX fallen um 8 Prozent, Hellofresh im MDAX um 4,7 Prozent.

   Reise-Aktien weiter gesucht - Banken treiben Euro-Stoxx 

Gefragt sind erneut die Aktien der Tourismusbranche: Hier geht es mit Tui um weitere 12,6 Prozent nach oben und mit Carnival um 11,6 Prozent. Air Fance-KLM gewinnen 11,5 Prozent, die Aktien der British-Airways-Mutter IAG 9 Prozent steigen um 4,4 Prozent und Lufthansa um 3,5 Prozent. Die Kranichlinie steckt damit sogar eine Wandelanleihe von über einer halben Milliarde Euro locker weg. Der Reise- und Freizeitsektor stagniert aber insgesamt.

Der Euro-Stoxx-50 profitiert mit seinem Plus vor allem vom guten Abschneiden der Bankenwerte: Ihr Branchenindex steigt um 4,1 Prozent. Die Branche profitiert von Umschichtungen aus Covid-19-Gewinnersektoren sowie der Hoffnung auf eine stärkere wirtschaftliche Erholung mit der Aussicht auf die baldige Zulassung eines Covid-19-Impfstoffs. Dies sollte die Bankbilanzen entlasten, da die Zahl der Unternehmenspleiten geringer ausfallen dürfte als noch vor kurzem befürchtet. Auch wären dies gute Nachrichten für die Banken aus der hochverschuldeten südlichen Peripherie der Eurozone.

Kräftig gesucht sind am Dienstag auch die Ölwerte. BP steigen über 6 Prozent, Royal Dutch Shell um rund 5 Prozent. Selbst eine Kurszielsenkung bei BP durch HSBC bremst den Aufwärtsdrang der Aktie nicht. "Die US-Entwicklung sieht angesichts eine neuen Green Deals von Joe Biden erstmal kursbremsend aus", sagt ein Händler. Grund für den Kursanstieg sei aber die Hoffnung auf der Nachfrageseite: "Ein Corona-Impfstoff verhindert einen neuen Konjunktureinbruch und den der industriellen Nachfrage, dazu kommt die Wiederbelebung des Luftverkehrs".

   Quartalszahlen eher uneinheitlich 

Henkel hat den schwächeren Ausblick bestätigt und rechnet weiter mit rund 20 Prozent Gewinnrückgang gegen Vorjahr. Die Aktie steigt dennoch um 1 Prozent. Der Ausblick von Adidas auf das vierte Quartal wird kritisiert. Beim operativen Gewinn erwartet das Unternehmen 100 bis 200 Millionen Euro, die Markterwartung liegt allerdings mit 284 Millionen Euro deutlich darüber. Entsprechend geht es um 6,4 Prozent nach unten.

Auch Deutsche Post verlieren 6 Prozent, nachdem sie den Ausblick für das Gesamtjahr nur bestätigt hat. Obwohl die Post erst im Oktober den Ausblick angehoben hatte, hatten einige Beobachter auf eine erneute Anhebung spekuliert.

Siemens Energy fallen um 3,4 Prozent, die Gesellschaft hat zum ersten Mal Geschäftszahlen als selbstständiges Unternehmen vorgelegt. Jedoch sähen die Zahlen etwas besser aus als es die schwachen Daten der Siemens-Tochter Siemens Gamesa hätten erwarten lassen, heißt es im Handel.

   Biden-Rally bei Nordex geht weiter - 16 Prozent höher 

Geschäftszahlen und Ausblick von Nordex überzeugen dagegen, die Aktien springen um 16,4 Prozent nach oben. Der 2020er-Ausblick enthalte keine Überraschung, der für 2022 liege jedoch rund 70 Prozent über dem 2022er-Konsens, meint Jefferies. Händler bezeichnen jedoch alle Daten als veraltet, da sie nicht die Chancen von grünen Investments nach dem Biden-Sieg beinhalteten.

Baumärkte haben vom Heimwerken wegen der Lockdowns profitiert, wie die Geschäftszahlen von Hornbach Baumarkt und Holding zeigen. Beide Gesellschaften heben die Prognose an, notieren trotzdem jeweils etwa 2,5 Prozent im Minus. Jenoptik liefert die erwartet schwachen Geschäftszahlen, der Kurs fällt um 4,8 Prozent.

Bei Teamviewer geht es 3,5 Prozent tiefer. Der Spezialist für Fernwartung von Computern hat ein gutes drittes Quartal verbucht, präzisiert die Jahresprognose aber nur marginal nach oben. Deutz geben 0,4 Prozent nach, die Daten sind nicht ganz so schwach wie befürchtet ausgefallen. Positiv gesehen wird der Ordereingang, der rund 5 Prozent über der Markterwartung ausgefallen ist.

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Aktienindex              zuletzt      +/- %     absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.432,36       0,72       24,45          -8,35 
Stoxx-50                3.049,22       0,92       27,80         -10,40 
DAX                    13.094,13      -0,01       -1,84          -1,17 
MDAX                   27.772,68      -0,08      -21,29          -1,91 
TecDAX                  2.941,21      -1,13      -33,64          -2,45 
SDAX                   12.721,69       0,72       90,92           1,68 
FTSE                    6.279,69       1,51       93,40         -17,98 
CAC                     5.396,93       1,14       60,61          -9,72 
 
Rentenmarkt              zuletzt                absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,50                   0,01          -0,74 
US-Zehnjahresrendite        0,94                   0,01          -1,74 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %   Di, 8:32h  Mo, 17:15 Uhr    % YTD 
EUR/USD                   1,1801     -0,13%      1,1832         1,1804    +5,2% 
EUR/JPY                   124,17     -0,17%      124,31         124,63    +1,9% 
EUR/CHF                   1,0809     +0,09%      1,0801         1,0780    -0,4% 
EUR/GBP                   0,8899     -0,88%      0,8974         0,8992    +5,2% 
USD/JPY                   105,20     -0,06%      105,06         105,58    -3,3% 
GBP/USD                   1,3261     +0,76%      1,3183         1,3127    +0,1% 
USD/CNH (Offshore)        6,5996     -0,24%      6,6014         6,6397    -5,3% 
Bitcoin 
BTC/USD                15.313,13     +0,37%   15.287,51      14.862,76  +112,4% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settl.       +/- %        +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex                  40,77      40,29       +1,2%           0,48   -27,8% 
Brent/ICE                  42,99      42,40       +1,4%           0,59   -38,9% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag       +/- %        +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)             1.880,35   1.861,60       +1,0%         +18,75   +23,9% 
Silber (Spot)              24,23      24,13       +0,4%          +0,10   +35,7% 
Platin (Spot)             876,50     872,50       +0,5%          +4,00    -9,2% 
Kupfer-Future               3,13       3,16       -0,7%          -0,02   +10,9% 
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November 10, 2020 06:50 ET (11:50 GMT)

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Quelle:Dow Jones  10.11.2020 12:50


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