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DJ XETRA-SCHLUSS/Freundlich - Durchbruch beim Impfstoff treibt



Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Dienstag wieder eine freundliche Stimmung durchgesetzt. Der DAX gewann 0,5 Prozent auf 13.163 Punkte. Laut Janus Henderson haben sich die Rahmenbedingungen mit der Wahl von Joe Biden und dem Durchbruch bei den Impfstoffen stark verbessert. Im kommenden Jahr seien ein höheres Wirtschaftswachstum, eine Rückkehr des Anlegervertrauens und positive Nettozuflüsse in Risikoanlagen zu erwarten. Daneben hieß es am Markt, die Sparanstrengungen der Unternehmen während der Pandemie könnten nach deren Ende zu deutlich steigenden Gewinnen führen.

Aus technischer Sicht bleibt der Bereich um das Hoch vom Montag bei knapp 13.300 Punkten im Blick. Darüber könnte der DAX über 13.460 an seinen Rekordstand bei knapp 13.800 vordringen. Allerdings hieß es auch, aufgrund der kurzfristigen Überkauftheit des DAX seien Konsolidierungsschleifen möglich, also Seitwärts-Tage als Verschnaufpause.

Tendenziell setzte sich der Trend raus aus den so genannten Stay-at-Home-Aktien und rein in die Profiteure einer Normalisierung fort. VW und MTU gewannen gut 5 Prozent, Munich Re, Daimler und Conti folgten mit knapp 5 Prozent Plus. Im MDAX gewannen Lufthansa 7,1 Prozent, und das trotz der Ausgabe einer Wandelanleihe. Allerdings drehten auch erste Stay-at-Home-Aktien wie Delivery Hero oder Teamviewer nach stärkeren Verlusten wieder ins Plus. "Der Trend hin zu Online mag von einem Impfstoff etwas gebremst werden, umkehrbar ist er aber nicht mehr", so ein Händler.

   Adidas und Post nach Quartalszahlen sehr schwach 

Auf der Verliererseite ganz oben standen die Titel von Adidas und der Deutschen Post. Adidas brachen um 5,8 Prozent ein, ein negatives Echo löste vor allem der Ausblick auf das vierte Quartal aus. Beim operativen Gewinn erwartet das Unternehmen 100 bis 200 Millionen Euro, die Markterwartung lag allerdings mit 284 Millionen Euro deutlich darüber. Deutsche Post verloren 4,8 Prozent, nachdem der Konzern den Ausblick für das Gesamtjahr nur bestätigt hatte.

Henkel hat den schwächeren Ausblick bestätigt und rechnet weiter mit rund 20 Prozent Gewinnrückgang gegen Vorjahr. Die Aktie stieg dennoch um 0,9 Prozent.

Siemens Energy fielen um 3,2 Prozent, die Gesellschaft hat zum ersten Mal Geschäftszahlen als selbstständiges Unternehmen vorgelegt. Jedoch sähen die Zahlen etwas besser aus, als es die schwachen Daten der Siemens-Tochter Siemens Gamesa hätten erwarten lassen, hieß es im Handel.

   Biden-Rally bei Nordex geht weiter - 15,6 Prozent höher 

Geschäftszahlen und Ausblick von Nordex überzeugten dagegen, die Aktien sprangen um 15,6 Prozent nach oben. Der 2020er-Ausblick enthalte keine Überraschung, der für 2022 liege jedoch rund 70 Prozent über den Marktschätzungen, meinte Jefferies. Nordex hatten bereits am Montag von der Erwartung profitiert, der neue US-Präsident werde stärker auf erneuerbare Energien setzen.

Jenoptik lieferte die erwartet schwachen Geschäftszahlen, der Kurs fiel um 7,2 Prozent. Bei Teamviewer ging es nach einer Delle um 4,8 Prozent rauf. Der Spezialist für Fernwartung von Computern hat ein gutes drittes Quartal verbucht, präzisierte die Jahresprognose aber nur marginal nach oben. Deutz gaben um 0,1 Prozent nach, die Daten sind nicht ganz so schwach wie befürchtet ausgefallen. Positiv gesehen wurde der Auftragseingang, der rund 5 Prozent über der Markterwartung ausgefallen ist.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 142,5 (Vortag: 189,3) Millionen Aktien im Wert von rund 7,08 (Vortag: 9,26) Milliarden Euro. Es gab 21 Kursgewinner und neun -verlierer.

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INDEX              zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX              13.163,11  +0,51%     -0,65% 
DAX-Future       13.147,00  +0,26%     +0,70% 
XDAX             13.155,04  +1,14%     +0,16% 
MDAX             27.984,82  +0,69%     -1,16% 
TecDAX            2.940,55  -1,15%     -2,47% 
SDAX             12.782,29  +1,20%     +2,16% 
zuletzt          +/- Ticks 
Bund-Future         174,02     -50 
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DJG/hru/cln

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November 10, 2020 11:51 ET (16:51 GMT)

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Quelle:Dow Jones  10.11.2020 17:51


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