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DJ MÄRKTE EUROPA/DAX geht die Luft aus - Anleger warten ab



Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen zeigen sich am Dienstagnachmittag nur noch knapp behauptet. Der DAX fällt um 0,2 Prozent auf 13.817 Punkte, der Euro-Stoxx-50 notiert mit 3.594 Punkten 0,3 Prozent im Minus. Damit können die Indizes ihre Tageshöchststände nicht verteidigen: "Die Anleger warten ab", sagt ein Händler. So knapp unter der 14.000er Marke seien sie vorsichtig. Impulse könnten von den Details zur Pandemie-Bekämpfung in Deutschland ausgehen, von einer Rede der designierten US-Finanzminsterin Janet Yellen, von der Amtseinführung von Joe Biden und von der Abstimmung im italienischen Senat über die Zukunft der italienischen Regierung.

Dabei zeichnet sich in Deutschland ab, dass es vermutlich nicht zu einem weiteren Lockdown der Wirtschaft und damit zu einer Unterbrechung der Lieferketten kommen wird. Trotzdem warten Marktteilnehmer auf die Videokonferenz von Bundeskanzlerin Merkel mit den Länder-Ministerpräsidenten am Nachmittag.

   Conte dürfte auch Vertrauensabstimmung im Senat überstehen 

Mit Erleichterung reagierten die Märkte zunächst auf die Entwicklung in Italien. Der FTSE-MIB steigt um 0,1 Prozent. Ministerpräsident Giuseppe Conte hat die Vertrauensabstimmung im Unterhaus gewonnen. Über die Zukunft seiner Regierung entscheidet nun am Abend der Senat. Beobachter erwarten aber, dass Conte nun auch dort die nötigen Stimmen bekommen wird, um im Amt zu bleiben, ohne jedoch über eine stabile Mehrheit für seine Regierung zu verfügen.

Auf der Gewinnerseite ganz oben in Europa stehen Pharmatitel. Dagegen geht es mit den Aktien der Einzelhandelstitel deutlich nach unten, ihr Stoxx-Branchenindex fällt um 2,1 Prozent. Unter Druck stehen vor allem die britischen Handelsketten: Kingfisher, Marks & Spencer und Next geben alle über 2 Prozent ab.

  Kurseinbruch bei Entain - MGM will nicht mehr 

Einen regelrechten Kurseinbruch erleiden Entain: Die Aktien des britischen Glückspielanbieters fallen um 14,1 Prozent. MGM legt die Übernahmepläne ad acta. Anfang Januar hatte MGM angeboten, Entain für eigene Aktien im Gegenwert von 8,09 Milliarden Pfund zu übernehmen - damals ein Aufschlag von 22 Prozent auf den Börsenwert der britischen Gesellschaft. Entain hatte die Offerte aber als nicht ausreichend zurückgewiesen. Im Sog geben auch Flutter nach: Sie fallen um 2,1 Prozent.

Der Produktionsbericht der Bergbaukonzerns Rio Tinto (minus 0,9 Prozent) zeigt den Jefferies-Analysten zufolge, dass die Eisenerzproduktion in der Pilbara-Region im vierten Quartal 2020 um 2 Prozent höher als erwartet ausgefallen ist. Auch die Volumina bei Aluminium und abgebautem Kupfer überzeugten leicht positiv. Die Prognose für 2021 beinhalte wenig Überraschendes, wobei mögliche Preissteigerungen eine eventuell geringere Produktion ausgleichen sollten. Für Jefferies ist die Aktie unverändert ein Kauf.

   Pandemie belastet Lindt-Umsatz - Aktie schwach 

Unter Druck stehen die Aktien von Schokohersteller Lindt (minus 1,8 Prozent). Grund ist der stärkere Rückgang des organischen Wachstums als erwartet. Im Jahr 2020 reduzierte es sich um 6,1 Prozent. Starke Verkäufe im Einzelhandel konnten Umsatzeinbußen, die auf ein rückläufiges Reisegeschäft und die Schließung eigener Ladengeschäfte zurückzuführen waren, allerdings nicht ausgleichen. Auch Weihnachts- und Ostergeschäft seien weniger stark gewesen, so Bernstein.

Freundlich wird der Ausblick von Alstom (plus 4,9 Prozent) im Handel aufgenommen. Sowohl der für das Jahr als auch der mittelfristige bis 2023 wurden bestätigt. Der Bahnmarkt belebe sich wieder, die Produktion sollte im zweiten Fiskalhalbjahr wieder ansteigen und die Liquiditätslage sei gut. Im dritten Fiskalquartal habe es mehrere Großaufträge aus Europa und Asien gegeben, vor allem aus Indien.

   Anschlusskäufe treiben Stellantis - Danone mit neuem Aktionär sehr fest 

Maue Nachrichten von Europas Automärkten und Umschichtungen in Stellantis setzen einige Autobauer unter Druck. BMW fallen um 1,3 Prozent, Daimler um 1,6 Prozent. Auch Renault geben um 1,5 Prozent nach. Wie der Branchenverband Acea vermeldet, brach der Absatz in Europa um 24 Prozent in 2020 ein. Im Monat Dezember konnten nur Opel und VW steigende Verkäufe vermelden, bei den anderen beiden deutschen Herstellern ging es auch zum Jahresende abwärts. Stellantis springen hingegen um 3,5 Prozent nach oben. "Es wird kräftig umgeschichtet in den neuen Konzern", sagt ein Händler. Die Sonderausschüttung von Fiat Chrysler werde in Stellantis reinvestiert. Freundlich notieren aber auch VW mit einem Plus von 0,7 Prozent.

Danone notieren mit Aufschlägen von 2,7 Prozent nach dem Einstieg des aktivistischen Investors Bluebell sehr fest. Laut Challenges.fr soll Bluebell eine Beteiligung Ende vergangenen Jahres erworben haben. Der Investor strebt offenbar eine Ablösung von CEO Emmanuel Faber an und eine Trennung der Funktionen von CEO und Chairman. Für Bernstein ist der Einstieg ein zweischneidiges Schwert. Es sei davon auszugehen, dass sich der Fokus weg von der Machbarkeit des Restrukturierungsplans des Unternehmens hin zu wie lange werde der CEO noch durchhalten verschieben. Dies dürfte sich als kontraproduktiv erweisen. Kursgewinne in der Aktie sollten sich als kurzfristig erweisen.

   S&T nach Zahlen gesucht - Teamviewer erholt 

Für die Aktie von S&T geht es um 10,8 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen überraschend Zahlen und einen Ausblick abgegeben hat. Nach einer ersten Einschätzung aus dem Handel verlief das vierte Quartal überraschend gut. Nach Mittelfristzielen geht es für Telefonica Deutschland um 0,9 Prozent abwärts. Als etwas enttäuschend stuft Citigroup die Dividendenaussagen des Unternehmens ein.

Der Kauf des österreichischen Startup Xaleon durch Teamviewer wird positiv gewertet, für die Aktie geht es um 3,4 Prozent hoch. "Damit verstärkt sich das Unternehmen im Bereich Live-Chat", so ein Marktteilnehmer. Das Kernprodukt von Xaleon ist laut Teamviewer eine Co-Browsing-Technologie, die in Internet-Sitzungen eine besondere Form des Screensharings ermöglicht. Die mit der Übernahme verbundenen Risiken werden von den Analysten von Warburg als begrenzt eingestuft, da Teamviewer die Technologie von Xaleon kürzlich bereits in ihre Plattform Tensor integriert habe.

Carl Zeiss Meditech steigen um 8,2 Prozent. Die vorläufigen Zahlen zum ersten Fiskalquartal werden sehr positiv aufgenommen. "Vor allem der Sprung in der Marge hat überrascht", kommentiert ein Händler. Die EBIT-Marge sprang gleich auf 19,9 nach zuvor 15,4 Prozent an. Dadurch konnte trotz nahezu gleichbleibendem Umsatz ein Gewinnanstieg vermeldet werden.

Deutliche Aufschläge zeigen auch Eckert & Ziegler sowie Verbio, beide nach positiven Analysten-Kommentaren.

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Aktienindex              zuletzt      +/- %       absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.593,62      -0,25         -9,05        1,15 
Stoxx-50                3.183,29      -0,03         -0,96        2,41 
DAX                    13.817,29      -0,22        -31,06        0,72 
MDAX                   31.304,45       0,31         97,97        1,65 
TecDAX                  3.314,66       1,32         43,22        3,17 
SDAX                   15.288,79       0,89        135,53        3,55 
FTSE                    6.699,44      -0,32        -21,21        4,03 
CAC                     5.595,25      -0,39        -22,02        0,79 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut     +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,51                     0,01       -0,75 
US-Zehnjahresrendite        1,11                     0,03       -1,57 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Di, 8:23 Uhr  Mo, 17:32h   % YTD 
EUR/USD                   1,2128     +0,41%        1,2089      1,2079   -0,7% 
EUR/JPY                   126,11     +0,69%        125,82      125,23   +0,0% 
EUR/CHF                   1,0771     +0,12%        1,0775      1,0756   -0,4% 
EUR/GBP                   0,8910     +0,20%        0,8897      0,8896   -0,2% 
USD/JPY                   103,99     +0,27%        104,07      103,68   +0,7% 
GBP/USD                   1,3612     +0,21%        1,3589      1,3578   -0,4% 
USD/CNH (Offshore)        6,4827     -0,21%        6,4969      6,4961   -0,3% 
Bitcoin 
BTC/USD                37.071,75     +1,65%     36.600,00   36.171,50  +27,6% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settl.         +/- %     +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  52,51      52,36         +0,3%        0,15   +8,2% 
Brent/ICE                  55,73      54,75         +1,8%        0,98   +7,8% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag         +/- %     +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.835,16   1.837,40         -0,1%       -2,24   -3,3% 
Silber (Spot)              25,06      25,38         -1,2%       -0,31   -5,0% 
Platin (Spot)           1.084,25   1.083,95         +0,0%       +0,30   +1,3% 
Kupfer-Future               3,64       3,62         +1,0%       +0,04   +3,6% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 19, 2021 10:06 ET (15:06 GMT)

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Quelle:Dow Jones  19.01.2021 16:06


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