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DJ MÄRKTE EUROPA/Sehr fest - Markt setzt auf Lockerungen



(technische Wiederholung)

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--An den europäischen Aktienmärkten ging es am ersten Handelstag im März kräftig aufwärts. Der DAX stieg um 1,6 Prozent auf 14.013 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 zog mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 3.707 Punkte noch stärker an. "Gefragt sind die so genannten Reopening-Gewinner", also die Profiteure einer Wiedereröffnung der Wirtschaft, so ein Händler. Dabei habe die Zulassung des Impfstoffs von Johnson & Johnson in den USA die Stimmung gestützt. Zudem mehrten sich auch in Deutschland die Stimmen, die angesichts sinkender Todeszahlen ein Ende des Lockdown fordern.

Aber auch an den Anleihemärkten kauften Investoren wieder, nachdem es deutliche Signale aus der Europäischen Zentralbank gegeben hatte, dass die ultralockere Geldpolitik noch lange fortgesetzt werde. "Das Zinsgespenst zieht sich etwas zurück", so Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Kurse der Bundesanleihen zogen an, auf der anderen Seite fiel die Rendite der 10-jährigen Bundespapiere um 7 Basispunkte auf minus 0,33 Prozent. "Nach dem kräftigen Renditeanstieg der vergangenen Wochen hat nun eine Gegenbewegung begonnen", so ein anderer Marktteilnehmer.

Nahezu überall positiv sind die Revisionen der Einkaufsmanagerindizes (PMIs) in Europa für die Industrie im Februar ausgefallen. Der Index der Eurozone wurde leicht nach oben korrigiert auf 57,9 Punkte, der für Deutschland auf 60,7. Damit hält sich die Industrie auf kräftigem Expansionskurs. Auch die weiteren Länderdaten wurden überwiegend aufwärts revidiert, so in Frankreich, Spanien und deutlich in der Schweiz.

   Reise-Aktien erneut an der Gewinnerspitze - MTU im DAX vorn 

Die Aussicht auf ein Ende des Lockdowns führte zu einer Fortsetzung der Rally bei allen reisenahen Aktien. Der Stoxx-Branchenindex der Reise- und Freizeit-Aktien stieg um 3,2 Prozent. IAG stiegen um 7 Prozent und Tui um 5,5 Prozent. Im DAX waren MTU nach einem Anstieg um gut 6 Prozent Spitzenreiter, und in Paris zogen Airbus um 5 Prozent an.

Übergeordnet war der Kursaufschwung aber marktbreit: Alle Stoxx-Branchenindizes notierten mehr oder weniger deutlich im Plus. Das Schlusslicht bildeten die Versorger gemeinsam mit den Banken mit einem Plus von je 1,0 Prozent in ihren Stoxx-Branchenindizes.

   Auch Dt. Euroshop und Aroundtown Re-Opening-Gewinner 

Deutsche Euroshop stiegen um 4,7 Prozent und Aroundtown um 3,6 Prozent. "Das sind die klaren Gewinner eines Endes des Lockdown aus dem Immobilienbereich", so ein Händler. Zwar litten viele Gewerbeimmobilienkonzerne vermutlich länger unter dem strukturellen Trend zum Homeoffice. "Bei Aroundtown geht es aber um die Hotel-Beteiligungen und bei Deutsche Euroshop um die Wiedereröffnung des Handels", so der Marktteilnehmer. Damit seien die beiden die größten Reopening-Gewinner in der Immobilienbranche.

Im DAX gaben Conti um 0,4 Prozent nach auf 118,40 Euro. "Zum einen sind die Autotitel derzeit eher außen vor", so ein Händler. "Zum anderen drückt aber auch eine vorsichtige Einschätzung der UBS auf den Kurs", sagte er. Das Haus habe das Kursziel von 105 Euro mit der Einschätzung neutral bekräftigt.

   Index-Fantasie treibt Siemens Energy und Hellofresh 

Hellofresh stiegen um 3,6 Prozent und Siemens Energy um 1,1 Prozent. "Damit profitieren sie von der Spekulation, dass sie den Aufstieg in den DAX geschafft haben", so ein Marktteilnehmer. Eine Unsicherheit bestehe noch darin, ob die Börse als Index-Betreiber das neue Profitabilitätskriterium als erfüllt ansehe. Die Börse äußert sich voraussichtlich am Mittwoch nach Börsenschluss zu den Auf- und Absteigern in der DAX-Familie. Vollzogen werden die Wechsel zu den Schlusskursen am 19. März. Sollten Siemens Energy und Hellofresh aufsteigen, dürften sie im DAX Beiersdorf und Heidelcement verdrängen.

Infineon gaben dagegen um 0,7 Prozent nach, obwohl sie voraussichtlich in den Euro-Stoxx-50 aufgenommen werden, den wichtigsten Index der Eurozone. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Kurs im frühen Geschäft auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren gestiegen war. "Damit dürfte die Aufnahme in den Euro-Stoxx-50 erst einmal eingepreist sein", so ein Marktteilnehmer. Bei einem Aufstieg würden Infineon zum Schlusskurs am 19. März die Aktien von Nokia aus dem Euro-Stoxx-50 drängen.

   PostNL mit optimistischem Gewinnausblick 

Positiv wurden bei PostNL die endgültigen Geschäftszahlen mit dem neuen Ausblick aufgenommen, für die Aktie ging es um 3,7 Prozent nach oben. Die niederländische Post hat die Gewinnerwartung erneut erhöht.

Logitech stiegen um 1,6 Prozent. Der Hersteller von Computerzubehör hat noch stärker als erhofft von der Coronakrise und der damit verbundenen Ausstattung von Homeoffices profitiert.

   Kräftiger Margenanstieg treibt Global Fashion Group 

Aktien von Global Fashion Group bauten ihre Gewinne auf gut 15 Prozent aus. Der Modehändler konnte den Verlust im vierten Quartal deutlich verringern. Dazu beigetragen hat ein kräftiger Anstieg der Marge. Sie kletterte auf 44,0 Prozent nach 40,4 Prozent im Vorjahresquartal.

Die Aktie von Hypoport verlor 3,3 Prozent. Der Gewinn lag im erwarteten Rahmen, die Umsätze verfehlten jedoch die eigene Prognose deutlich. Als Grund für die verringerte Wachstumsdynamik führte Hypoport Effekte aus den verhängten Kontaktsperren wegen Corona sowie eine schwächere Gewinnung von Neukunden im Segment Versicherungsplattform an.

Die Aktie von Evotec legte um 2,1 Prozent zu, nachdem das Unternehmen und Chinook Therapeutics eine strategische Zusammenarbeit zur Erforschung und Entwicklung neuartiger präzisionsmedizinischer Therapien für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen bekannt gegeben hatten. Freundlich wurden die Geschäftszahlen 2020 von Baywa (plus 4,1 Prozent) aufgenommen. Der Agrar- und Baustoffhändler habe Margenstärke gezeigt und den Gewinn deutlich stärker als den Umsatz gesteigert.

   Britische Bauunternehmen gesucht - Haus-Anzahlung soll sinken 

Kräftig aufwärts ging es in London mit den Aktien der auf Eigenheime spezialisierten britischen Bauunternehmen. Persimmon stiegen um 5,4 Prozent, Taylor Wimpey um 5,7 Prozent und Barratt Development 5,1 Prozent. Die Regierung will laut übereinstimmenden Berichten den Hausbesitz im Lande ankurbeln. So sollen potenzielle Hauskäufer nur noch 5 Prozent Eigenkapital mitbringen müssen, solange der Kaufpreis unter 600.000 Pfund liege. In London liegt der Durchschnittspreis bereits bei einer halben Million Pfund und verlangt nach 75.000 Pfund Anzahlung. Der Durchschnittsverdienst liegt aber nur bei 40.000 Pfund.

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Index                      Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
.                             stand      absolut         in %          seit 
.                                                              Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50              3.706,62       +70,18        +1,9%         +4,3% 
Stoxx-50                   3.181,15       +56,64        +1,8%         +2,3% 
Stoxx-600                    412,44        +7,45        +1,8%         +3,4% 
XETRA-DAX                 14.012,82      +226,53        +1,6%         +2,1% 
FTSE-100 London            6.581,70       +98,27        +1,5%         +0,4% 
CAC-40 Paris               5.792,79       +89,57        +1,6%         +4,4% 
AEX Amsterdam                664,58       +13,32        +2,0%         +6,4% 
ATHEX-20 Athen             1.918,10       +25,57        +1,4%         -0,9% 
BEL-20 Bruessel            3.829,51       +67,52        +1,8%         +5,8% 
BUX Budapest              44.710,25      +920,08        +2,1%         +6,2% 
OMXH-25 Helsinki           4.850,74       +61,47        +1,3%         +5,8% 
ISE NAT. 30 Istanbul       1.608,97       +53,01        +3,4%         -1,7% 
OMXC-20 Kopenhagen         1.446,24       +24,78        +1,7%         -1,3% 
PSI 20 Lissabon            4.702,19       +91,78        +2,0%         -2,1% 
IBEX-35 Madrid             8.378,10      +153,10        +1,9%         +3,8% 
FTSE-MIB Mailand          23.264,86      +416,28        +1,8%         +2,8% 
RTS Moskau                 1.443,02       +31,09        +2,2%         +4,0% 
OBX Oslo                     913,14       +18,20        +2,0%         +6,3% 
PX  Prag                   1.066,26        +8,66        +0,8%         +3,8% 
OMXS-30 Stockholm          2.054,67       +44,76        +2,2%         +9,6% 
WIG-20 Warschau            1.949,57       +42,29        +2,2%         -1,7% 
ATX Wien                   3.076,93       +65,36        +2,2%         +8,2% 
SMI Zuerich               10.706,59      +184,37        +1,8%         +0,0% 
 
Rentenmarkt            zuletzt  absolut  +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite    -0,34    -0,07    -0,58 
US-Zehnjahresrendite      1,42     0,01    -1,26 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %  Mo, 8:42h  Fr, 17:41 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,2059     -0,14%     1,2087         1,2104   -1,3% 
EUR/JPY                128,61     -0,02%     128,84         129,11   +2,0% 
EUR/CHF                1,1016     +0,49%     1,0981         1,0995   +1,9% 
EUR/GBP                0,8648     -0,16%     0,8647         0,8669   -3,2% 
USD/JPY                106,65     +0,09%     106,56         106,66   +3,3% 
GBP/USD                1,3944     +0,04%     1,3987         1,3957   +2,0% 
USD/CNH (Offshore)     6,4665     -0,18%     6,4688         6,4838   -0,6% 
Bitcoin 
BTC/USD             49.115,75     +8,47%  46.053,75      51.069,25  +69,1% 
 
ROHOEL                zuletzt  VT-Settl.      +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               61,41      61,50      -0,1%          -0,09  +26,1% 
Brent/ICE               64,65      64,42      +0,4%           0,23  +25,1% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag      +/- %        +/- USD   % YTD 

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Quelle:Dow Jones  01.03.2021 18:30


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