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DJ MÄRKTE EUROPA/DAX erobert 15.100er-Marke zurück - Dt. Post teurer



FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem Abverkauf vom Vortag geht es am Mittwochnachmittag an den europäischen Aktienmärkten wieder kräftig nach oben. Damit haben die Schwankungen deutlich zugenommen, dies könnte auch in den kommenden Wochen so bleiben. Denn einerseits werden die nun erreichten Impferfolge zu einem Hochfahren der Wirtschaft führen, und die Bürger werden das im Lockdown eingesparte Geld für Konsum ausgeben. Damit treten aber andererseits Inflation und Zinsentwicklung stärker in den Fokus der Anleger und der Zentralbanken. Die Notenbanken werden nicht umhinkommen, der ultralockeren Geldpolitik irgendwann Adieu zu sagen.

Doch noch gibt es andere Signale. So sagt der Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, Charles Evans, dass er trotz verbesserter Aussichten für die Wirtschaft noch nicht die Zeit gekommen sieht, die aggressive Stimulierung zurückzufahren. Die Fed habe noch einiges an Weg vor sich, bevor die beiden Mandatsziele erreicht seien. Dies stimuliert die Investoren zu Käufen an den Aktienmärkten. Der DAX gewinnt 1,8 Prozent auf 15.127 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,7 Prozent auf 3.996 Punkte nach oben. Der Euro neigt weiterhin zur Schwäche und ist wieder unter die Marke von 1,20 Dollar gefallen.

   Merck KGaA nennt Ausblick für laufendes Jahr 

Positiv kommt der Ausblick von Merck KGaA (+1,7%) im Handel an. Das Unternehmen hat am Vorabend Zahlen vorgelegt. "Merck wird immer wieder unterschätzt", so ein Händler. Dazu komme, dass durch die Quantifizierung des Ausblicks nun erstmals eine genaue Aktienbewertung möglich sei. "Es funktioniert nicht, qualitative Aussagen wie 'wir erwarten ein starkes Wachstum' in Multiples umzurechnen", ergänzt der Händler. Merck hat diese unscharfe Angabe bei ihrer Umsatzerwartung nun konkretisiert auf 18,5 bis 19,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2021.

Auch bei der Deutschen Post (+5,3%) steht der Ausblick im Fokus. Bis 2023 will sie den operativen Gewinn (EBIT) auf mehr als 7 Milliarden Euro steigern - damit ist die erst seit März geltende Prognose von mehr als 6 Milliarden Euro bereits wieder Makulatur. Im laufenden Jahr soll das EBIT auf über 6,7 Milliarden Euro klettern, vom vergleichbaren, bereinigten Wert von 5,4 Milliarden Euro für 2020. Bernstein spricht von einer gesunden Entwicklung.

Als "grob im erwarteten Rahmen" werden die Zahlen von Axa (-0,1%) im Handel gewertet. Die Aktien handeln kaum verändert. Axa konnte die Einnahmen gegenüber dem Vorjahresquartal um 2 Prozent steigern. Da man hier mit einem Vor-Corona-Quartal vergleiche, sei das gut, sagt ein Händler. Bei den Prämieneinnahmen hätte er sich indes etwas mehr erwartet, die Umsatzerwartung sei daher ganz leicht verfehlt worden. Da der CFO aber einen zuversichtlichen Ausblick auf 2021 gegeben habe, dürfte das nicht belasten.

Nach uneinheitlichen Zahlen geht es für Siemens Energy 1,2 Prozent nach oben. Hugo Boss legen kräftig um 8 Prozent zu. "Die Zahlen liegen deutlich über den Erwartungen", merkt ein Marktteilnehmer an. Der Umsatz habe die Prognosen um gut 10 Prozent geschlagen. Statt eines Verlusts ist das EBIT nahezu ausgeglichen ausgefallen. "Damit ist Hugo Boss zum Ende der Lockdowns relativ gut aufgestellt", so der Marktteilnehmer.

Für Moeller-Maersk geht es nach der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms über 5 Milliarden Dollar um 6,4 Prozent nach oben. Die Citigroup äußert sich positiv zu den Plänen und sieht diese als sentimentstützend an. Mit Blick auf die ausführlichen Erstquartalszahlen heißt es, dass das bereinigte EBITDA mit 4 Milliarden Dollar über der Konsensschätzung von 3,8 Milliarden ausgefallen ist. Der Logistiker rechnet nun mit einem bereinigten EBITDA im laufenden Jahr zwischen 13 und 15 Milliarden Dollar.

Für die Aktie von Daimler geht es um 0,9 Prozent nach unten, nachdem Nissan Motor sich von seinem kompletten Anteil an Daimler getrennt hat. Wie der japanische Autobauer mitteilte, hat er die Aktien für rund 1,15 Milliarden Euro an institutionelle Investoren für 69,85 Euro je Aktie verkauft.

   Metro wie erwartet schwach 

Kein guter Rückblick auf das zweite Quartal ist von Metro (-0,3%) gekommen. Man habe aber von Einzelhändlern auch nicht viel erwartet, so ein Händler. Allerdings habe sich nach dem überraschenden Sprung in den deutschen Einzelhandelszahlen etwas Hoffnung breitgemacht, dass Online-Angebote von stationären Händlern deren Umsatzeinbruch teilweise kompensieren könnten. Stattdessen ging der Umsatz um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Analysten von Baader zeigen sich indes eher entspannt, die schlechten Markterwartungen seien nur leicht verfehlt worden.

Für Delivery Hero geht es um 4,8 Prozent nach unten. Das koreanische Partnerunternehmen Woowa Brothers hat 9,8 Millionen Aktien verkauft - wie es heißt zum Stückpreis von 123,10 Euro. Woowa Brothers hält nun noch 6 Prozent an Delivery Hero mit einer Lockup-Periode von 90 Tagen, wie ein Händler sagt.

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Aktienindex              zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.987,59       1,60         62,79          12,24 
Stoxx-50                3.408,81       1,52         50,88           9,67 
DAX                    15.109,82       1,71        253,34          10,14 
MDAX                   32.475,58       1,35        433,21           5,45 
TecDAX                  3.429,04       1,04         35,22           6,73 
SDAX                   16.013,87       1,37        216,81           8,46 
FTSE                    7.018,10       1,37         94,93           7,16 
CAC                     6.326,30       1,19         74,55          13,96 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,23                     0,02          -0,47 
US-Zehnjahresrendite        1,60                     0,01          -1,08 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Mi, 8:05 Uhr  Di, 17:34 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,2000     -0,10%        1,2025         1,2016   -1,8% 
EUR/JPY                   131,17     -0,10%        131,41         131,37   +4,0% 
EUR/CHF                   1,0959     -0,14%        1,0977         1,0976   +1,4% 
EUR/GBP                   0,8635     -0,18%        0,8643         0,8662   -3,3% 
USD/JPY                   109,32     +0,00%        109,28         109,33   +5,8% 
GBP/USD                   1,3897     +0,07%        1,3905         1,3871   +1,7% 
USD/CNH (Offshore)        6,4862     +0,03%        6,4868         6,4867   -0,3% 
Bitcoin 
BTC/USD                56.003,51     +2,94%     54.856,01      54.374,26  +92,8% 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  66,64      65,69         +1,4%           0,95  +37,0% 
Brent/ICE                  69,73      68,88         +1,2%           0,85  +35,6% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.779,65   1.779,00         +0,0%          +0,65   -6,2% 
Silber (Spot)              26,35      26,58         -0,9%          -0,23   -0,2% 
Platin (Spot)           1.221,75   1.237,83         -1,3%         -16,08  +14,1% 
Kupfer-Future               4,53       4,54         -0,1%          -0,01  +28,6% 
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Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

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May 05, 2021 10:32 ET (14:32 GMT)

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Quelle:Dow Jones  05.05.2021 16:32


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