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DJ ‹BERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik



Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Weidmann: Anleihekäufe der EZB können ihre Unabhängigkeit gefährden

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat seine Kritik an der Stimuluspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bekräftigt und davor gewarnt, dass der groß angelegte Kauf von Staatsanleihen die Unabhängigkeit der EZB gefährden könnte. Die Ausführungen Weidmanns bei einer Rede unterstreichen das Potenzial für einen Kurswechsel durch die EZB, sollte der Deutsche im November die Nachfolge des Italieners Mario Draghi als EZB-Präsident antreten.

Eurogruppe einstimmig für Lane als EZB-Chefökonom

Die Finanzminister der Euro-Länder haben den irischen Zentralbankgouverneur Philip Lane als Kandidaten für den im Mai neu zu besetzenden Posten des Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank (EZB) nominiert. Das gab EU-Kommissionsvizechef Valdis Dombrovskis bekannt. Der 49-jährige Lane ist einziger Kandidat für die Nachfolge des bisherigen EZB-Chefvolkswirts Peter Praet. Endgültig entscheiden die EU-Staats- und Regierungschefs aber erst bei ihrem Gipfel am 20. und 21. März über die Nachbesetzung.

Emmi will hybriden Euribor bis Jahresende einführen

Das European Money Market Institute (Emmi) will bis Jahresende einen neuen, hybriden Referenzzinssatz Euribor einführen. Nach Aussage von Emmi-Chef Jean-Louis Schirmann werden die neuen Euribor-Sätze mit Laufzeiten von einer Woche bis zwölf Monaten nicht mehr auf Angaben der Banken, sondern zumindest teilweise auf tatsächlichen Transaktionen beruhen. Der aktuell berechnete Euribor entspricht nicht mehr den EU-Vorgaben.

FSB will sich 2019 vor allem um neue Risiken kümmern

Der Financial Stability Board (FSB) will im laufenden Jahr vor allem neue Risiken für die Finanzstabilität identifizieren. "Der FSB wird weiterhin den Horizont absuchen, um neue Risiken zu identifizieren und zu beurteilen", teilte der FSB bei der Vorstellung seines Arbeitsprogramms für 2019 mit. Die FSB-Mitglieder würden wie üblich makrofinanzielle Entwicklungen diskutieren, zudem sollen gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die alle zwei Jahre stattfindenden Frühwarnübungen durchgeführt werden.

Banken fragen 0,487 Milliarden Euro mehr EZB-Liquidität nach

Die Nachfrage der Banken des Euroraums nach Liquidität der Europäischen Zentralbank (EZB) hat beim einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft zugenommen. Wie die EZB mitteilte, wurden 5,91 Milliarden Euro nach 5,423 Milliarden in der Vorwoche zum Festzinssatz von 0 Prozent zugeteilt. Die Gebote von 34 (Vorwoche: 27) Instituten wurden voll bedient. Die Banken des Euroraums besorgten sich damit 0,487 Milliarden Euro mehr EZB-Liquidität.

Opec senkt Ölproduktion im Januar spürbar

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat ihre Rohölproduktion im Januar deutlich reduziert und damit ihre Zusagen zur Produktionseindämmung und zur Wiederherstellung des Gleichgewichts auf einem überversorgten Markt nach eigenen Angaben eingehalten. In seinem monatlichen Ölmarktbericht schrieb das Ölkartell, dass seine Rohölproduktion im Monatsvergleich um 797.000 Barrel pro Tag auf durchschnittlich 30,81 Millionen Barrel pro Tag gesunken ist.

May will Unterhaus um mehr Zeit für Nachbesserungen an Brexit-Deal bitten

Die britische Premierministerin Theresa May will bei ihrer Rede im Parlament um mehr Zeit für Nachbesserungen ihres Brexit-Abkommens mit Brüssel bitten. Laut dem von ihrem Büro vorab verbreiteten Redetext bekräftigt May, dass die Verhandlungen in einer "entscheidenden Phase" seien. "Wir müssen jetzt alle die Nerven behalten, um die Änderungen zu erreichen, die dieses Haus verlangt, und den Brexit fristgerecht zu verwirklichen."

Paris will nach Siemens-Alstom Ministererlaubnis auf EU-Ebene einführen

Nach der von den EU-Wettbewerbshütern untersagten Fusion der Bahnsparten von Siemens und Alstom will Frankreich auf europäischer Ebene die Möglichkeit einer Ministererlaubnis einführen. Er werde vorschlagen, dass der Rat der Mitgliedstaaten das Recht bekomme, "eine Wettbewerbsentscheidung der EU-Kommission anzufechten", sagte Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag in Brüssel.

Prozess gegen katalanische Unabhängigkeitsführer in Madrid begonnen

Vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid hat der Prozess gegen zwölf führende Vertreter der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung begonnen. Neun von ihnen, darunter dem einstigen Vize-Regionalpräsidenten Oriol Junqueras, drohen wegen der versuchten Abspaltung ihrer Region von Spanien langjährige Haftstrafen wegen "Rebellion". Die Angeklagten, von denen einige seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft sitzen, nahmen in dem überfüllten Gerichtssaal auf vier Bänken gegenüber der Richterbank Platz.

RWI sieht deutsche Stahlerzeugung auch 2019 rückläufig

Vor dem Hintergrund einer aus konjunkturellen Gründen vermuteten rückläufigen Inlandsnachfrage nach Stahl erwarten die Marktforscher von RWI Essen für 2019 auch in der Erzeugung von Roh- und Walzstahl in Deutschland eine rückläufige Entwicklung. Beim Walzstahl rechnen sie mit einem Minus von 1,4 Prozent, beim Rohstahl mit einem Minus von 1,7 Prozent, wie aus einer Mitteilung des Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung hervorgeht. Damit fiele der Rückgang weniger stark aus als 2018 mit 2,6 und 2,0 Prozent.

Altmaier ebnet Weg für amerikanisches Flüssiggas in Deutschland

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den Weg für die Lieferung von amerikanischem Flüssiggas (LNG) nach Deutschland geebnet. Er legte ein Eckpunktepapier vor, wonach die deutschen Gasnetzbetreiber verpflichtet werden, Leitungen zu Flüssiggashäfen zu bauen und diese damit anzuschließen.

Altmaier glaubt an mindestens zwei deutsche LNG-Häfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist optimistisch, dass in Deutschland zwei Häfen für Flüssiggas (LNG) gebaut werden. Bisher war in der Debatte stets nur von einem Terminal die Rede, um das sich die Standorte Stade, Brunsbüttel und Wilhelmshaven bewerben. "Mindestens zwei davon werden in einer überschaubaren Zeit errichtet werden", erklärte Altmaier zum Auftakt auf einer deutsch-amerikanischen LNG-Konferenz in Berlin.

Union: Verzicht auf Arbeitsmarktsanktionen dem Grunde nach falsch

Die Union hat einer Umsetzung von Plänen der SPD für eine Reform des Sozialstaats und insbesondere dem Verzicht auf Sanktionen am Arbeitsmarkt eine prinzipielle Absage erteilt. Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) betonte in Berlin, "dass es bei Sanktionen mit uns keine Einigung geben kann".

Deutsche Industrie: EU-Abkommen mit Singapur wichtiges Signal für Handel

Die beiden Abkommen zum Freihandel und zum Investitionsschutz zwischen der Europäischen Union und Singapur sind nach Ansicht der deutschen Industrie ein Signal für Verlässlichkeit in globaler Unsicherheit. "Mit einem Ja zu beiden Abkommen würden die Parlamentarier ein deutliches Bekenntnis für regelbasierten Handel in der Welt abgeben", sagte der Präsident der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, vor der am Mittwoch stattfindenden Abstimmung im Europäischen Parlament.

Gewerkschaften weiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder aus

Im öffentlichen Dienst der Länder haben am Dienstag teils ganztägige Warnstreiks begonnen, mit denen die Gewerkschaften ihre Forderung nach einem Tarifangebot der Arbeitgeber untermauern wollen. Arbeitsniederlegungen waren unter anderem im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen geplant, wo Unikliniken, Hochschulen und Landesbehörden bestreikt werden sollten. Auch in Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen riefen die Gewerkschaften zu Protesten auf.

Deutschland braucht laut Studie jährlich 260.000 Zuwanderer

Deutschland braucht wegen seiner alternden Gesellschaft pro Jahr mindestens 260.000 Zuwanderer, um seinen Arbeitskräftebedarf bis 2060 decken zu können. Das ergab eine Untersuchung für die Bertelsmann Stiftung. Dabei wird der Bedarf von Fachkräften aus Ländern außerhalb der Europäischen Union mit 146.000 pro Jahr höher sein als der aus der EU, so die Ergebnisse einer Untersuchung von Johann Fuchs und Alexander Kubis vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) sowie Lutz Schneider von der Hochschule Coburg.

+++ Konjunkturdaten +++

Taiwan Verbraucherpreise Jan +0,2% gg Vorjahr (PROG +0,3%)

DJG/DJN/AFP/apo

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February 12, 2019 07:30 ET (12:30 GMT)

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Quelle:Dow Jones  12.02.2019 13:30


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